Das Familienmodell Vermögensübertragung in der Familie spart Steuern

Die Familie kann ein echtes Steuersparmodellsein, wenn die Finanzen familienintern "steueroptimiert" verteilt werden.

Vermögensübertragung in der Familie spart Steuern

Am leichtesten geht es, wenn Kapitaleinkünfte auf Kinder verlagert werden können und die Zinsen sowie alle anderen Erträge beim Kind steuerlich bewertet werden. Denn Kinder können 7700 Euro jährlich verdienen, ohne dass Steuern fällig werden — und zusätzlich sind ohnehin 801 Euro Zinsen durch den Sparerfreibetrag von Abgaben befreit.

Kapital auf Kind übertragen

Damit das Finanzamt aber die Kapitalerträge steuerlich dem Kind und nicht mehr den Eltern zurechnet, ist mehr nötig als eine bloße Überlassung des Geldes: Vielmehr muss das Kapital auf das Kind übertragen und es muss strikt vom Vermögen der Eltern getrennt werden. Dabei ist es ganz wichtig, dass das Kind die Zinsen und Erträge auch wirklich erhält: Es geht nicht, dass Eltern das Geld verschenken, die Zinsen aber hintenrum wieder in die eigene Tasche stecken.

Aber selbst wenn das Finanzamt die Schenkung anerkennt, kann es Probleme mit den Zinsen auf dem Konto des Nachwuchses geben. Denn durch die Übertragung des Geldes auf die Kinder "verschaffen" die Eltern dem Nachwuchs eigenes Einkommen. Solange sie noch minderjährig sind, ist das egal. Sind die Kinder aber volljährig, können zu hohe eigene Einnahmen schädlich sein für bestimmte steuerliche und außersteuerliche Vergünstigungen.

Kindergeld sowie der damit zusammenhängende steuerliche Kinderfreibetrag und der BEA-Freibetrag werden für volljährige Kinder in der Regel bis zum 25. Lebensjahr nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt, wenn diese beispielsweise in der Berufsausbildung sind. Für die Geburtsjahrgänge 1980 und 1981 gilt die Regelung bis zum 27. Lebensjahr, für Geburtsjahrgang 1982 bis zum 26. Lebensjahr.

Bezüge dürfen nicht als 7680 Euro sein

Voraussetzung aber ist in allen Fällen, dass die eigenen Einkünfte und Bezüge der Kinder nicht höher als 7680 Euro (zuzüglich eventueller Freibeträge) sind. Diese Grenze hat eine immense Bedeutung, denn an dem Kindergeld und dem Kinderfreibetrag hängen eine ganze Reihe anderer Steuervergünstigungen. Verlieren Eltern also wegen zu hohen Kindeseinkommens das Kindergeld, müssen sie auch auf andere Vorteile verzichten, etwa die Kinderzulage zur Eigenheimzulage oder zum Riester-Vertrag.

Auch beim Ausbildungsfreibetrag und in der Familienversicherung kann das eigene Einkommen Nachteile haben, ebenso beim BaföG. Bei der Ausbildungsförderung wird eigenes Einkommen angerechnet und kann gegebenenfalls dazu führen, dass die staatliche Leistung gekürzt oder gestrichen wird. Die anrechnungsfreien Einkommensgrenzen sind recht kompliziert und zudem unterschiedlich, je nachdem, welche Ausbildung gefördert wird.

Beim BAföG spielt auch das eigene Vermögen des Kindes eine Rolle. Hat es mehr als 5200 Euro auf dem Konto, muss erst das eigene Geld eingesetzt werden, bevor es einen staatlichen Zuschuss zur Ausbildung gibt.

Schenkung kann große Vorteile haben

Trotz aller möglichen Probleme kann die Schenkung an die Kinder immense Vorteile haben. Schon bei 50.000 Euro, die das Kind statt der Eltern mit einer Verzinsung von 5 Prozent anlegt, kann der Steuervorteil jedes Jahr bis zu 1250 Euro ausmachen, wenn der Sparerfreibetrag der Eltern bereits ausgenutzt ist. Einfacher lassen sich Steuern kaum sparen.

Oliver Mest, ddp