Die Technische Universität Kaiserslautern hat gemeinsam mit dem Online-Portal Immobilien Scout 24 das Verkaufsverhalten bei Immobilen untersucht. Demnach überschätzen Verkäufer häufig den Wert ihres Hauses oder ihrer Wohnung und rufen zu hohe Preise am Immobilienmarkt auf.

Die Studie des Fachgebiets Immobilienökonomie der TU Kaiserslautern untersuchte die subjektiven Erwartungen von Maklern und Privatanbietern beim Verkauf einer Immobilie. Dazu wurden insgesamt 413 Personen befragt (325 gewerbliche Anbieter und 88 private Anbieter). Die Untersuchung kommt zu dem zentralen Ergebnis: Jeder vierte Privatanbieter schätzt den Wert seiner Immobilie deutlich zu hoch ein.
„Die befragten Makler haben die Erfahrung gemacht, dass rund ein Viertel der Verkäufer überzogene Erwartungen an den Kaufpreis stellt. Damit wird die Vermarktung spürbar erschwert", sagt Michael Dinkel, Doktorand am Fachgebiet Immobilienökonomie der TU Kaiserslautern . Dieses Ergebnis werde durch die Aussagen der Privatanbieter indirekt bestätigt, da jeder vierte angibt, dass Käufer deutlich weniger als den geforderten Angebotspreis zahlen möchten.
Kein Wissen über den Markt
Zudem gibt die überwiegende Mehrheit der Privatverkäufer (75 Prozent) ganz offen zu, keine oder nur geringe Kenntnisse des Immobilienmarktes zu haben. „Vor dem Hintergrund, dass eine Immobilie in der Regel der größte Vermögensgegenstand in einem Privathaushalt ist, stellt sich die Frage, weshalb schlecht informierte Privatpersonen keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen“, erklärt Dinkel weiter. Gründe hierfür könnten möglichweise mangelndes Vertrauen oder schlechte Erfahrungen mit Maklern sein.
Für die Studie zu den Erwartungen von Immobilienanbietern analysierte ImmobilienScout24 im Auftrag der TU Kaiserslautern 1.724 aktuelle Immobilienangebote.
TU Kaiserslautern / dhz