Wirtschaftskrise Verheugen sorgt sich um kleine Betriebe

EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat Erwartungen an ein baldiges Ende der globalen Rezession gedämpft. Noch sei kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen.

Verheugen sorgt sich um kleine Betriebe

"Ich bin nicht der Meinung, dass in der Wirtschaftskrise das Schlimmste schon hinter uns liegt. Ich sehe jedenfalls noch kein Licht am Ende des Tunnels", sagte Verheugen der Tageszeitung "Die Welt". Die Kreditklemme sei immer noch ein Problem, und je länger sie dauere, desto schwieriger werde es für die Unternehmen. "Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen bereiten mir Sorgen", sagte Verheugen.

Vor diesem Hintergrund forderte der EU-Kommissar schnelle Gegenmaßnahmen. "Es ist sehr wichtig, dass jetzt schnellstmöglich eine Lösung für die hochriskanten Wertpapiere gefunden wird und die Unternehmen wieder Geld für ihre Investitionen erhalten", sagte der EU-Kommissar. Dabei plädierte er für eine "europäisch abgestimmte Lösung". Noch in dieser Woche wollen die 27 EU-Regierungschefs bei einem Treffen in Brüssel über die Gründung von sogenannten Bad Banks beraten.

Mit Blick auf den angeschlagenen Autohersteller Opel sagte Verheugen, dass es bedenkenswert sei, "dass sich bisher auf der ganzen Welt kein Investor gefunden hat, der General Motors Europa ganz ohne Staatshilfen weiterführen will". Seiner Ansicht nach zeichnen sich bei Opel "interessante Eigentumsverhältnisse" ab. Gewinner des Opel-Rettungsplans dürften die Russen werden. "Sie werden den Zugang zu modernsten Technologien gewinnen und können dann eine eigene starke Autoindustrie aufbauen, die auch exportfähig ist", sagte der EU-Kommissar.

Er kündigte an, dass die Brüsseler EU-Kommission das endgültige Unternehmenskonzept von General Motors Europa "gründlich prüfen" werde, da es staatliche Beihilfen enthalte. Dabei ginge es auch um die Frage, "ob die gewählte Konstruktion auf Dauer wirklich die Gewähr bietet, dass das Unternehmen langfristig am Markt überlebens- und wettbewerbsfähig ist."

ddp