Verhaltener Jahresauftakt

Handwerkswirtschaft: Umsätze nur leicht gestiegen

Verhaltener Jahresauftakt

Das Handwerk ist mit verhaltenem Tempo in das Jahr 2008 gestartet. Die positiven und negativen Einflüsse aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld hielten sich weitgehend die Waage, so dass die Handwerkskonjunktur seitwärts tendierte. In den Betrieben herrschte noch ein hohes Maß an Zufriedenheit, wenngleich der aktuelle Geschäftsklimaindex mit 75 Punkten etwas unter dem Vorjahreswert (77 Punkte) lag.

Die Beschäftigung nahm in den ersten Monaten dieses Jahres saisonal ab. Der Rückgang hielt sich jedoch in engen Grenzen, weil das Baugewerbe wegen der milden Witterung und des Saison-Kurzarbeitergeldes relativ wenige Mitarbeiter entlassen musste. Andererseits ist der konjunkturbedingte Beschäftigungsaufbau in nahezu allen Branchen zum Stillstand gekommen. Ende März 2008 waren 4,8 Millionen Personen im Handwerk tätig, das Vorjahresniveau wurde damit nicht mehr erreicht.

Der durchschnittliche Auslastungsgrad ist im Winterquartal erwartungsgemäß gesunken. Gegenüber dem Schlussvierteljahr 2007 verminderte sich die Kennziffer von 73 auf 69 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war ebenfalls ein Minus von zwei Prozentpunkten festzustellen. Der Rückgang ist im Wesentlichen eine Folge der aktuellen Wohnungsbauflaute.

Die Nachfrageentwicklung war in der Berichtsperiode von saisonüblichen Abschwächungstendenzen geprägt. Auf konjunktureller Seite hielten sich sowohl positive wie auch negative Einflüsse in engen Grenzen: Während die Aufträge im Bau- und Ausbausektor nur moderat an Schwung verloren haben, ist die Nachfrage in den konsumnahen Branchen allenfalls erst sehr zögerlich in Gang gekommen. Die Auftragsreserven des Gesamthandwerks lagen Ende März 2008 bei etwa 1,2 Monaten und haben damit die Vorjahreshöhe (1,4 Monate) erneut unterschritten.

Die Umsätze von Januar bis März dürften das vergleichbare Quartal von 2007 knapp übertroffen haben. Dabei kamen teilweise gegenläufige Tendenzen zum Tragen. Das Bauhauptgewerbe konnte das sehr hohe Vergleichsniveau nicht mehr ganz erreichen. Dagegen erzielte das Kraftfahrzeuggewerbe ein klares Umsatzplus, nicht zuletzt dank eines statistischen Basiseffekts. Ansonsten bekamen die verbrauchernahen Handwerkszweige die nach wie vor gedämpfte Konsumentenstimmung zu spüren.

Die Investitionsaktivitäten der Betriebe haben sich auf dem zuletzt erreichten Niveau stabilisiert. Die Ausgaben für Maschinen, Fahrzeuge und Geräte lagen sogar höher als im Vorjahresquartal. Hauptsächlich wegen der nachgelagerten Bezahlung von Investitionsgütern, die wegen des Auslaufens der günstigen Abschreibungskonditionen noch im Jahr 2007 gekauft wurden.