CDU, CSU und SPD haben ihren Koalitionsvertrag vorgestellt, der die Grundlage für die Regierungsarbeit bildet. Je nach Handwerksbranche wird der Vertrag unterschiedlich bewertet.

CDU, CSU und SPD haben ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Das Dokument bildet die Grundlage für die Regierungsarbeit der kommenden Legislaturperiode. Wirtschaftsverbände und Branchenvertreter haben den Vertrag mit unterschiedlichen Bewertungen kommentiert.
Eine eigenständige Baupolitik im Ministerium begrüßt das Baugewerbe ausdrücklich. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), fordert, dass dieses Ministerium auch die Verantwortung für die Förderpolitik bei Neubau und Modernisierung übernimmt. "Eine zügige und verlässliche Ausrichtung der Förderpolitik ist insbesondere im Wohnungsbau unerlässlich", betont Pakleppa. Die Verlängerung der Mietpreisbremse hält er für kontraproduktiv, da sie nur Symptome bekämpfe. Die Verlängerung der Mietpreisbremse kritisiert er als kontraproduktiv.
Das Kfz-Gewerbe sieht im Vertrag sowohl Chancen als auch Defizite. Arne Joswig, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), lobt den Bürokratieabbau, Sonderabschreibungen und die geplante Senkung der Stromkosten. Gleichzeitig fordert er eine schnellere Umsetzung steuerlicher Entlastungen und klare Kaufanreize für Elektrofahrzeuge. Regenerative Kraftstoffe sollten stärker gefördert werden.
Festhalten an Klimazielen
Die Wärmepumpen-Branche hebt die geplante Strompreissenkung und die Fortsetzung der Heizungsförderung hervor. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), sieht in diesen Maßnahmen wichtige Schritte zur Erreichung der Klimaziele. Er mahnt jedoch eine effiziente Nutzung des Klima- und Transformationsfonds an.
Der Mittelstand bewertet die steuerlichen Abschreibungen für Investitionen als positiv, kritisiert aber die späte Umsetzung von Steuerentlastungen ab 2028. Marc Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB), fordert schnelle Infrastrukturinvestitionen und Planungssicherheit für Unternehmen.
Die Immobilienwirtschaft zeigt sich enttäuscht über den fehlenden Fokus auf Wohneigentum. Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), bemängelt mietrechtliche Verschärfungen, die aus seiner Sicht den Wohnungsbau hemmen. Er fordert mehr Anreize zur Eigentumsbildung.
Kritik aus Gesundheitsbranche
Fehlende Strukturreformen im Gesundheits- und Pflegebereich bemängelt Frank Hippler, Vorstandsvorsitzender der IKK classic. Er kritisiert steigende Beitragssätze in Kranken- und Pflegeversicherung sowie fehlende Steuerzuschüsse für soziale Leistungen. "Gesundheit und Pflege werden teurer, aber nicht besser", so Hippler. Viele Handwerkerinnen und Handwerker sind bei der IKK versichert.
Impulse zur Elektrifizierung und Digitalisierung sowie den Bürokratieabbau lobt die Elektronikindustrie. Wolfgang Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), fordert jedoch mehr steuerliche Entlastungen für Unternehmen und einen verstärkten Ausbau der Strominfrastruktur. DHZ