Klimaanlagen Verband Kfz-Gewerbe will Luft in Autos und Lkw verbessern

In vielen Kfz-Werkstätten hapert es laut Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes bei der fachgerechten Reinigung und Wartung von Klimaanlagen. Der ZDK und der Verband Deutscher Ingenieure haben deswegen eine neue Richtlinie vorgestellt.

Luftkeim-Sammler
Der VDI hat umfangreiche Schadstoffmessungen durchgeführt. - © VDI

Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) haben neue Hygieneanforderungen für Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen entwickelt. Bisher habe es dazu keine genauen Anforderungen gegeben. Um künftig eine gründliche, fachgerechte Reinigung der Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen zu fördern, haben die Verbände jetzt eine neue Richtlinie vorgestellt.

Ziel ist es, die Luftqualität vor allem für jene Personen zu verbessern, die ein Kraftfahrzeug beruflich nutzen - seien es Kraftfahrer oder Außendienstler. Denn eine unsachgemäße Reinigung von Klimaanlagen könne zur Verbreitung von Bakterien und Schimmel führen, was die Luftqualität in Pkw und Lkw erheblich beeinträchtige. Besonders groß sei das Problem in Lastkraftwagen, wo Fahrer oft auch noch übernachten.

"Werkstätten reagieren erst dann, wenn es aus der Belüftung stinkt"

Umgekehrt werde gegen diese Belastung nur selten etwas unternommen. "Autofahrende, Kfz-Hersteller und Kfz-Werkstätten reagieren aber erst dann, wenn es im Fahrzeug-Innenraum aus der Belüftung riecht und stinkt", sagt Andreas Winkens, Vorsitzender der VDI-Richtliniengremien zur Lufthygiene in Fahrzeugen. Jeder dritte Pkw sei grenzwertig oder stark belastet. Insgesamt würden rund 4,9 Millionen Pkw und vier Millionen Lkw beruflich genutzt. Es handele sich also um ein Massenphänomen.

Der VDI hat vor Entwicklung der Richtlinie einen "umfangreichen Feldtest" durchgeführt. Die Luftqualität der Klimaanlagen diverser Fahrzeuge unterschiedlicher Fahrzeugkategorien und Fabrikate seien untersucht worden. Gemessen wurden Schimmelpilze, Bakterien, flüchtige organische Verbindungen (VOC/TVOC/Aldehyde und Ketone), Feinstaubpartikel, Zulufttemperatur, relative Feuchte der Zuluft und Vergleichsluft.

Sprayvernebelung trägt zusätzliche Stoffe ein

Schimmelpilze
Schimmelpilze aus Kfz-Klimaanlagen. - © VDI

Der VDI nahm dabei auch die bisher übliche Reinigungsmethode der sogenannten Klickdose unter die Lupe. Diese laut ZDK meistverwendete Produktgruppe verspreche zwar eine Reinigung von Kfz-Klimaanlagen. Das Testergebnis ergebe jedoch etwas anderes. Nicht nur, dass keine Reinigungsleistung stattfinde, die Sprayvernebelung trage zusätzlich weitere Stoffe in das Kfz, speziell die Klimaanlage, ein. Die Effekte seien unkalkulierbar. "Der aktuelle Feldtest mit Klickdosen hat gezeigt, dass diese Methode keine nachhaltige Lösung für saubere Luft im Fahrzeug darstellt", so Detlef Peter Grün, Bundesinnungsmeister des ZDK.

Als Lösung sollen die Werkstätten das Lüftungs- und Klimasystem ganzheitlich betrachten. Eine Reinigung des Systems müsse in kürzeren Intervallen erfolgen und solle sich am jährlichen Filterwechsel orientieren. Ein Filterwechsel ziehe demnach auch eine jährliche Reinigung der Komponenten nach sich. Dazu gehöre neben dem zu tauschenden Filter eine Reinigung des Verdampfers und der Pollenfilterumgebung. Um eine fachgerechte und gründliche Reinigung sicherzustellen, müssten Werkstätten allerdings ihr Personal nach den Richtlinien des VDI und des ZDK schulen. So werde die Lücke geschlossen, die bisher in der Praxis oft zu mangelhaften Ergebnissen geführt habe, so Grün. ZDK und VDI setzten sich dafür ein, dass diese Standards in der gesamten Branche etabliert würden, um die Lufthygiene in Fahrzeugen dauerhaft zu verbessern.

Alle Informationen zu "Hygieneanforderungen an die Lüftungstechnik in Fahrzeugen" finden Betriebe hier.