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Einbruchschutz Urlaubszeit: So machen Sie Ihr Haus unattraktiv für Einbrecher

Bei längerer Abwesenheit – beispielsweise im Urlaub oder bei Geschäftsreisen – haben Hausbesitzer immer ein mulmiges Gefühl. Keiner ist davor sicher, dass gerade in dieser Zeit eingebrochen wird. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht – aber diese fünf Tipps können helfen, es Langfingern so schwer wie möglich zu machen.

Tipp #1: Lassen Sie Ihr Haus bewohnt aussehen

Ein Einbrecher will natürlich nicht bei seiner Arbeit gestört werden. Doch das heißt nicht, dass er grundsätzlich nachts einbricht. Im Gegenteil, die meisten Einbrüche werden am helllichten Tag begangen. Wenn ein Haus schon von außen signalisiert, dass die Bewohner nicht zu Hause sind, ist das für einen Langfinger eine echte Einladung.

Darum sollte man dafür sorgen, dass das Haus keine Signale aussendet, die vermuten lassen, dass es derzeit unbewohnt ist. Dazu gehört beispielsweise, dass man die Tageszeitung abbestellt und den Nachbarn bittet, den Briefkasten zu leeren. Man kann auch bei der Post einen Lagerservice (frühzeitig) beantragen. Aber dieser Service sorgt natürlich nicht für die Entsorgung von Werbung oder kostenlosen Verteilblättern.

Wenn Sie einen besonders netten Nachbarn haben, bitten Sie ihn auch, ein Auge auf Ihr Haus zu werfen und abends für ein paar Stunden das Licht einzuschalten und die Jalousien herunterzulassen (die dann natürlich am nächsten Morgen wieder hochgezogen werden müssen).

Das Licht und die Jalousien kann man heute auch elektronisch steuern und damit dafür sorgen, dass das Haus bewohnt aussieht. Die Zusatzausrüstung hierfür kann man im Baumarkt zu günstigen Konditionen erhalten.

Bitten Sie Ihren Nachbarn auch darauf zu achten, dass keine dünnen Plastikstreifen zwischen Haustür und Rahmen geklemmt wurden. Damit testen viele Einbrecher, ob sich jemand im Haus aufhält. In diesen Fällen sollte man die Polizei informieren und mit ihr das weitere Vorgehen abstimmen.

Tipp #2: Kletterhilfen aufräumen oder beseitigen

Bevor Sie Ihr Haus verlassen, prüfen Sie, ob Sie nicht ungewollt Hilfestellung für einen Einbruch liefern. Bewegliche Teile am Haus können Einbrecher als "Steighilfe" dienen. Außerdem sind viele Dinge für den Einbrecher als Sichtschutz willkommen. Efeu oder andere Rankengewächse am Haus kann man beispielsweise mit Stacheldraht absichern, um es dem Langfinger zumindest schwerer zu machen.

Achten Sie auch auf Bäume und Sträucher, deren Äste dem Dieb als "Einstieghilfe" dienen können. Wenn möglich, sollte man diese absägen.

Tipp #3: Versenden Sie keine Einladungen

Viele posten gerne über die sogenannten Netzwerke, dass sie in Urlaub fahren oder sich schon im Urlaub befinden. Über Urlaubsfotos auf Instagram freut sich aber auch lichtscheues Gesindel, denn das ist ein klarer Hinweis, dass die Wohnung leer steht. Darum informieren Sie nur die Personen von Ihrem Urlaub, die es unbedingt wissen müssen.

Übrigens suchen Diebe Ihre Opfer auch oft am Flughafen aus. Denn auf den Kofferanhängern wird die Anschrift oft gut sichtbar für Langfinger auf dem Airport präsentiert. Deshalb sollte man nur verschlossene Anhänger benutzen oder – noch besser – die Adresse im Koffer hinterlegen.

Eine andere Form der Einladung ist der Anrufbeantworter. Auch hier sollten Sie nicht angeben, dass Sie sich für längere Zeit außer Haus befinden.

Tipp #4: Der letzte Rundgang

Bevor Sie sich auf Reisen begeben, sollten Sie noch einmal einen Rundgang durchs ganze Haus unternehmen – vom Keller bis zum Speicher. Kontrollieren Sie alle Fenster und Türen. Auch in den oberen Etagen dürfen die Fenster nicht gekippt werden. Wenn möglich, sollten die Lichtschächte zu den Kellerfenstern abgeschlossen werden. Alle Außentüren nicht nur ins Schloss ziehen, sondern den Schlüssel zweimal im Schloss herumdrehen. In der Wohnung selbst sollten keine Türen verschlossen werden. Ist der Einbrecher einmal im Haus, wird er verschlossene Türen aufbrechen und der Schaden wird dadurch größer. Außerdem wird er in den Räumen hinter der Tür die "fette Beute" vermuten.

Tipp #5: Vorkehrungen für den Fall der Fälle treffen

Alle Vorsichtsmaßnahmen können leider nicht garantieren, dass nicht doch ein Spitzbube in Ihre Wohnung eindringt. Darum sollten Sie auch für diesen Fall vorsorgen. Wertgegenstände deponieren Sie entweder im Bankschließfach oder bei vertrauenswürdigen Personen. Autoschlüssel und Kfz-Papiere sollten grundsätzlich getrennt aufbewahrt werden. Nicht transportierbare Wertgegenstände (z. B. die teure Einrichtung) sollte man fotografieren und die Aufnahmen außerhalb des Hauses speichern. Wenn Sie den PC nicht außer Haus lagern können, fertigen Sie ein Backup auf einer externen Festplatte an und deponieren Sie diese außerhalb des Hauses.

Außerdem sollten Sie einer vertrauenswürdigen Person einen Haustürschlüssel übergeben. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass auch diese die Wohnung nur im Notfall betritt, stecken Sie den Schlüssel in einen verschlossenen Umschlag.

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