Arbeit an den Feiertagen Weihnachten: Zuschläge, Urlaub und häufige Rechtsfragen

Ist der 24. Dezember ein halber oder ganzer Arbeitstag? Wer muss an den gesetzlichen Feiertagen arbeiten? Gibt es an Weihnachten Zuschläge, wenn ich arbeite? Und muss ich unbedingt Betriebsurlaub nehmen? Das Arbeiten rund um Weihnachten und Silvester wirft einige rechtliche Fragen auf. Die Antworten.

Werden für die Arbeit an Weihnachten Zuschläge bezahlt? Ist der 24. Dezember ein halber oder ganzer Arbeitstag? Und muss ich eigentlich Betriebsurlaub nehmen? Fünf rechtliche Fragen und Antworten. - © Kurhan - stock.adobe.com

Heiligabend rückt näher und vielerorts steigt die Vorfreude auf ein paar entspannte Tage mit den Liebsten. Während in den meisten Betrieben die Arbeit über Weihnachten ruht, sind in manchen Branchen der 25. und 26. Dezember nicht automatisch Urlaubstage. Zwar gilt ein allgemeines Beschäftigungsverbot an gesetzlichen Feiertagen, dieses sieht jedoch auch Ausnahmen vor. Wer zu den Sonderfällen zählt, fragt sich zudem, ob es an Weihnachten Zuschläge gibt.

Auch der 24. Dezember wirft Fragen auf. Ist Weihnachten ein ganzer, halber oder gar kein Arbeitstag? Muss ich also für Heiligabend einen halben oder ganzen Tag Urlaub nehmen? Und gilt dasselbe für Silvester?

Andere Arbeitnehmer müssen sich mit diesen Themen überhaupt nicht auseinandersetzen. Ihr Arbeitgeber verordnet über Weihnachten Betriebsurlaub. Doch darf der Chef den Weihnachtsurlaub überhaupt vorschreiben? Viele Fragezeichen rund um das Thema Arbeiten an Weihnachten. Die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ) sorgt für Durchblick im rechtlichen Wirrwarr.

1. Weihnachten: Welche Tage sind Feiertage?

Welche Tage zu Weihnachten Urlaubstage sind, ist klar geregelt. Erster und zweiter Weihnachtstag sind gesetzlich als Feiertag festgelegt. Wie auch am 1. Januar gilt an diesen Tagen ein Beschäftigungsverbot für Arbeitnehmer. Am 24. und 31. Dezember muss hingegen theoretisch gearbeitet werden. Wer an diesen Tagen keinen Dienst tun will, muss Urlaub nehmen.

Durch die Sonn- und Feiertagsgesetze der Länder sind neun Feiertage bundeseinheitlich gesetzlich geschützt: Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 1. Mai, Tag der Deutschen Einheit, erster Weihnachtstag und zweiter Weihnachtstag. Alle weiteren Feiertage legen die Länder fest.

2. Weihnachten und Silvester: Halber oder ganzer Tag Urlaub?

Der 24. Dezember ist wie Silvester kein gesetzlicher Feiertag, sondern ein ganz normaler Arbeitstag. Wer sich also in Ruhe zu Hause auf die Bescherung und/oder den Jahreswechsel einstimmen will, muss einen ganzen Tag Urlaub einreichen. Eigentlich. Denn von dieser Regel gibt es diverse Ausnahmen:

  • Abweichende Vereinbarungen: Zum Teil sehen Arbeits- oder Tarifverträge vor, dass Arbeitnehmer für den 24./31. Dezember nur einen halben Tag Urlaub nehmen müssen. Manche Arbeitgeber geben ihren Mitarbeitern sogar den ganzen Tag frei, ohne dass dafür ein Urlaubstag geopfert werden muss. Solche Regelungen sind jedoch freiwillig und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ist ein Betriebsrat vorhanden, könnte eine Betriebsvereinbarung Regelungen zur Arbeit an Weihnachten enthalten.

    Wichtig: Sowohl am 24. als auch am 31. Dezember gilt "gleiches Recht für alle". Das heißt: Schickt der Chef seine Mitarbeiter nach einem halben Arbeitstag in den Feierabend, darf er auch Arbeitnehmern, die an diesem Tag frei haben, nur einen halben Urlaubstag abziehen.
  • Betriebliche Übung: Selbst wenn es nirgendwo verschriftlich ist, kann es durchaus sein, dass die Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs an Weihnachten und Silvester ein Recht auf bezahlten Sonderurlaub haben. Hat der Chef seiner Belegschaft drei Jahre in Folge an Heiligabend oder Silvester freigegeben – ganz gleich, ob einen halben oder ganzen Arbeitstag – und nicht darauf hingewiesen, dass diese Praxis freiwillig ist und keine Dauerlösung sein soll, bewerten die Gerichte das als sogenannte betriebliche Übung. Die Folge: Arbeitnehmer können in diesem Fall vor das Arbeitsgericht ziehen und aufgrund betrieblicher Übung das Recht auf Urlaub an Weihnachten einklagen.

    Um diese, oft unerwünschte Entwicklung zu verhindern, müssen Arbeitgeber sehr klar kommunizieren, dass die Freistellung freiwillig erfolgt, nur im laufenden Jahr gelten soll und kein Rechtsanspruch für die Zukunft entsteht. Das kann per Rundschreiben oder E-Mail geschehen oder durch Aushang am Schwarzen Brett bzw. Veröffentlichung im Intranet. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass unter dieser Voraussetzung keine betriebliche Übung entsteht (Az.: 9 AZR 672/92).
  • Heiligabend ist "Stiller Tag": Für Handwerker kann an Weihnachten noch eine weitere Regelung relevant sein. In manchen Bundesländern gilt Heiligabend als "stiller Tag". Demnach sind Lärmbelästigungen am Nachmittag und Abend des 24. Dezembers untersagt. Für Baustellen auf denen lärmintensiv gearbeitet wird, könnte dies bedeuten, dass spätestens am Nachmittag die Arbeit eingestellt werden muss. Die Handwerker erhalten quasi per Gesetz einen halben Tag Urlaub.

3. Wer darf an gesetzlichen Feiertagen arbeiten?

Grundsätzlich ist die Arbeit an gesetzlichen Feiertagen verboten. Dieses Beschäftigungsverbot gilt für den gesamten Tag – also von 0 bis 24 Uhr. Dennoch erhalten Arbeitnehmer während der Zwangspause ihr Gehalt.

Allerdings sieht das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) auch von dieser Regel Ausnahmen vor. Für Handwerksbetriebe ist etwa die Regelung in § 10 Abs. 1 Nr. 1 ArbZG relevant. Danach dürfen Arbeitnehmer mit Notdienst an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Das kann zum Beispiel Schlüsseldienste oder SHK-Handwerker betreffen. In Bäckereien und Konditoreien ist die Arbeit an Sonn- und Feiertagen nach § 10 Abs. 3 ArbZG ebenfalls gestattet.

4. Gibt es an Weihnachten Zuschläge, wenn ich arbeite?

Ob es an Weihnachten Zuschläge gibt, hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Rein rechtlich gesehen, haben Beschäftigte keinen Anspruch auf Weihnachtszuschläge. Es gelten dieselben Regeln, wie an allen anderen Feiertagen. Muss ein Arbeitnehmer beispielsweise am 26. Dezember arbeiten, hat er lediglich Anspruch auf einen Ersatzruhetag – so wie es auch bei Sonntagsarbeit der Fall ist. Anders verhält es sich bei der Nachtarbeit. Hier sind Zuschläge verpflichtend.

Obwohl es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, zahlen viele Betriebe an Weihnachten Zuschläge an ihre Mitarbeiter aus. Zu beachten ist, dass die Regelungen meist nur Feiertage betreffen. Wer am 24. oder 31. Dezember arbeitet, erhält in der Regel keine Zuschläge.

Generell gilt: Zuschläge sind steuerfrei, sofern sie nicht mehr als 125 Prozent des sogenannten Grundlohns betragen. Der Grundlohn darf mit maximal 50 Euro pro Stunde zugrunde gelegt werden – alles, was darüber hinausgeht, ist steuerpflichtig. Am 25. und 26. Dezember sind Lohnzuschläge bis zu 150 Prozent des Grundlohns steuerfrei.

5. Darf der Arbeitgeber Betriebsurlaub über Weihnachten anordnen?

Eigentlich dürfen Arbeitgeber nicht vorschreiben, wann die Mitarbeiter Urlaub nehmen. Mit einem gewissen Vorlauf können sie aber durchaus zwischen den Jahren schließen und die Arbeitnehmer in Betriebsurlaub schicken.

Gibt es einen Betriebsrat, muss dieser den Betriebsferien zustimmen. Wichtige Einschränkung: Betriebsferien dürfen nicht die gesamten Urlaubstage der Belegschaft verschlingen. Arbeitgeber sollten ihren Beschäftigten daher mindestens zwei Fünftel ihres Jahresurlaubs zur freien Planung überlassen.

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