Krankschreibung Urlaub abgelehnt: Was bei einer Krankmeldung gilt

Wird der Urlaub aus betrieblichen Gründen abgelehnt, muss der Mitarbeiter das eigentlich akzeptieren. Doch was gilt, wenn sich ein Mitarbeiter genau für diesen Zeitraum krank meldet?

Ein Attest ist gültig, auch wenn sich Krankheit und Urlaubswunsch überschneiden - © Gerhard Seybert/Fotolia.com

Die Umstände können dazu führen, dass der Urlaubsantrag eines Mitarbeiters in einem bestimmten Zeitraum abgelehnt wird. Meldet sich daraufhin dieser Mitarbeiter jedoch für genau diesen Zeitraum krank, liegt der Verdacht nahe, dass in Wirklichkeit gar keine echte Erkrankung vorliegt. Doch ein ärztliches Attest kann nicht durch ein solches zeitliches Übereintreffen entkräftet werden.

Fall einer Physiotherapeutin

In einem vor dem Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz verhandelten Fall (Az.: 4 Sa 398/14), ging es um eine Physiotherapeutin, die ihren Job zum 31. Mai 2013 gekündigt hatte. Am 25. April 2013 hatte sie einen Antrag auf Gewährung ihres Resturlaubs eingereicht. Der Antrag wurde mit Hinweis auf die betriebliche personelle Situation abgelehnt, so dass sie weitere zwei Tage zur Arbeit erschien.

Danach legte sie zwei ärztliche Atteste vor, die ihr eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 18. und 31. Mai bescheinigten. Als ihr nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für den Monat Mai kein Lohn gezahlt wurde, klagte sie.

Hohe Beweiskraft der Atteste

Das Gericht entschied, dass der Frau das Gehalt zusteht. Die eingereichten ärztlichen Atteste hätten eine hohe Beweiskraft und legten nahe, dass die Mitarbeiterin tatsächlich krank gewesen sei. Zudem habe der Arbeitgeber keine Tatsachen genannt, die Zweifel daran begründen könnten. Die zeitliche Überschneidung alleine sei kein Hinweis . dpa/tmn