Sicherheitsmängel festgestellt Untersteller: AKW Philippsburg 1 steht vor dem endgültigen Aus

Das Atomkraftwerk Philippsburg 1 steht nach Ansicht des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) vor dem endgültigen Aus. Die Reaktorsicherheitskommission habe bei ihrer Überprüfung der 17 deutschen Kernkraftwerke Sicherheitsmängel beim Reaktorblock Philippsburg 1 festgestellt, erklärte Untersteller am Dienstag in Stuttgart.

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Untersteller: AKW Philippsburg 1 steht vor dem endgültigen Aus

Philippsburg (dapd-bwb). Das Atomkraftwerk Philippsburg 1 steht nach Ansicht des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) vor dem endgültigen Aus. Die Reaktorsicherheitskommission habe bei ihrer Überprüfung der 17 deutschen Kernkraftwerke Sicherheitsmängel beim Reaktorblock Philippsburg 1 festgestellt, erklärte Untersteller am Dienstag in Stuttgart.

Er gehe daher davon aus, dass der Meiler nach Auslaufen des Moratoriums Mitte Juni nicht wieder ans Netz gehen werde.

In dem Bericht würden wesentliche Mängel bei den Sicherheitsreserven des AKW in der Nähe von Karlsruhe deutlich, betonte Untersteller. Bei einem terroristisch motivierten gezielten Flugzeugabsturz auf den Meiler reiche die Betonhülle nicht aus, um einen atomaren Unfall auszuschließen. Zudem sei das Brennelementelager nur durch eine vergleichsweise dünne Dachschicht - vergleichbar mit den Reaktoren im japanischen Fukushima - von der Umgebung abgetrennt.

"Nach Fukushima dürfte jedem klar geworden sein, dass auch in einem Restrisiko eine potenzielle Gefahr liegt", warnte Untersteller. Selbst bislang für unwahrscheinlich gehaltene Fallkonstellationen müssten in den Sicherheitskonzepten berücksichtigt werden. Die nicht ausreichenden Sicherheitsreserven seien ein "k.o.-Kriterium für den Weiterbetrieb" des Meilers. Die Betonhülle zu verstärken und den Meiler technisch nachzurüsten, würde Investitionen im oberen dreistelligen Millionenbereich erfordern. Ein Weiterbetrieb dürfte damit "wirtschaftlich nicht mehr darstellbar" sein. Die endgültige Entscheidung müsse jedoch der Betreiber EnBW treffen.

dapd