Europawahl 2009 Unterschiedliche Auffassungen über EU-Beitritt der Türkei

Der Spitzenkandidat der SPD für die Europawahl, Martin Schulz, wirbt für einen Beitritt der Türkei zur EU. Man müsse "eine Brücke in die islamische Welt bauen". Der CDU-Spitzenkandidat Hans-Gert Pöttering (CDU) ist da anderer Meinung.

Unterschiedliche Auffassungen über EU-Beitritt der Türkei

Während Schulz im ZDF-"Morgenmagazin" die Meinung vertrat, dass der Beitritt der Türkei zur EU die Integration der Muslime in Europa fördere und zur Stabilisierung der Region beitrage, warnte CDU-Spitzenkandidat Pöttering in der gleichen Sendung vor einer Überforderung der EU. Es sei heute schon schwierig, die Europäische Union zusammenzuhalten. Ein Beitritt der Türkei überfordere die Gemeinschaft aus finanziellen und geografischen Gründen. "Natürlich brauchen wir eine Brücke zum Islam", unterstrich der CDU-Politiker, "aber das muss nicht gleich die Mitgliedschaft sein". Dafür reiche die Kraft der EU nicht aus. Die Türkei sei vor allem ein starker verlässlicher Partner, "mit dem wir besonders starke Beziehungen haben".

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz erinnerte im Gegenzug daran, dass die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei bereits in vollem Gange seien. Wenn sie alle Beitrittskriterien erfülle, "dann kann sie Mitglied der EU werden".

Mehrheit der Deutschen gegen EU-Beitritt der Türkei

Einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF zufolge sind 58 Prozent der Deutschen gegen einen Beitritt der Türkei zur EU, 37 Prozent sprechen sich dafür aus, 5 Prozent sind unentschieden.

ddp