Statistisches Bundesamt Unternehmensinsolvenzen im Juni deutlich gestiegen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat sich im Juni um 15,9 Prozent auf 2.788 Fälle erhöht. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden insgesamt von den deutschen Amtsgerichten 13.655 Insolvenzfälle gemeldet, das waren 7,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Unternehmensinsolvenzen im Juni deutlich gestiegen

Auf Verbraucher seien 8.434 der Fälle entfallen, was einem Anstieg von 4,1 Prozent entspreche. Im ersten Halbjahr 2009 zog die Zahl der Unternehmensinsolvenzen den Angaben zufolge um 14,8 Prozent an, während die der Verbraucherinsolvenzen um 2,6 Prozent abnahm. Die Gesamtzahl der Insolvenzen lag um 0,9 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Die voraussichtlichen offenen Forderungen der Gläubiger beliefen sich für das erste Halbjahr 2009 nach Angaben der Gerichte auf 24,4 Milliarden Euro gegenüber 14,7 Milliarden Euro im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, wie die Statistiker mitteilten.

Der Insolvenzverwalterverband VID erwartet einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen nicht vor Ende 2010. Trotz des leichten Wirtschaftswachstums wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch in den kommenden Monaten weiter deutlich steigen, erklärte der Verband.

Der VID-Vorsitzende Siegfried Beck sagte, es sei besonders besorgniserregend, dass weiterhin eine große Zahl eigentlich gesunder Unternehmen Insolvenz wegen schwacher Eigenkapitalausstattung anmelden müssten. "Sie haben keine Reserven mehr, um ans rettende Ufer zu gelangen", sagte Beck. Zudem sei die Kreditvergabe der Banken weiterhin sehr vorsichtig. "Die staatlichen Kreditprogramme haben vor allem im Mittelstand noch nicht zu einer wirklichen Entlastung geführt", sagte Beck.

ddp