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Heim+Handwerk und FOOD&LIFE Unter strengen Vorgaben: Handwerksmessen starten wieder

Nach einer langen Pause starten Ende November in München wieder die Messeveranstaltungen. Ein Hygienekonzept soll Aussteller und Besucher schützen. Auch für die Internationale Handwerksmesse (IHM) 2021 gibt der Messeveranstalter GHM grünes Licht.

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) war im März als eine der ersten Großveranstaltungen abgesagt worden. Nach einigen Monaten Zwangspause dürfen seit dem 1. September in Bayern wieder Messen stattfinden. Den Anfang macht vom 25. bis 29. November das Messeduo Heim+Handwerk und FOOD&LIFE.

Die Absage der IHM im Frühjahr 2020 war ein herber Schlag für die Branche, denn der Ausfall kostete das Handwerk mehrere Millionen Euro. "Der lange Konjunkturaufschwung im bayerischen Handwerk wurde durch die Corona-Krise abrupt abgewürgt", sagt Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, beim Pressegespräch zum Neustart des Messegeschäftes in Bayern. In einer Umfrage bezeichneten nur rund 38 Prozent der befragten Handwerksbetriebe ihre wirtschaftliche Lage als gut. Im Vergleich zu den Zahlen aus dem Vorjahr ist das ein Minus von 19 Punkten.

Die Zahl der Beschäftigten konnte zwar konstant gehalten werden, aber damit das so bleibe, bräuchten Handwerksbetriebe Plattformen zum Präsentieren und Verkaufen, so Peteranderl. Deshalb sei es wichtig, dass mit der Heim+Handwerk und der FOOD&LIFE die Messeveranstaltungen wieder anliefen und Aussteller persönlichen Kontakt mit Kunden aufnehmen könnten. "Von diesem Neustart erhofft sich unser Wirtschaftsbereich viele positive Impulse", sagt Peteranderl.

Neustart der Messen wichtig für das Handwerk

Auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unterstreicht, wie wichtig Messen für den Wirtschaftsstandort Bayern sind: "Wie viele Bereiche unserer Wirtschaft hat Corona auch die Messewelt in die Krise gestürzt. Jetzt wollen wir einen weiteren Schritt hin zu einer verantwortungsvollen Normalität gehen, ohne dabei das aktuelle Infektionsgeschehen auszublenden." Das Risiko, dass beide Messen wegen der Corona-Pandemie wieder abgesagt werden könnten, schätzt er als überschaubar ein. Man habe das Maximum an Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Deutlich weniger Aussteller als in den vergangenen Jahren

Seitdem der 1. September als Termin für den Messeneustart bekannt war, habe die Gesellschaft für Handwerksmessen (GHM) unter Hochdruck an einem passenden Konzept gearbeitet, so Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung. Im Hinblick auf die Messen im November gibt er sich optimistisch. Wie viele Interessierte die ersten Messen nach der corona-bedingten Pause wirklich anziehen, ist auch für ihn schwer abschätzbar. Nur eins ist derzeit sicher: Im Vergleich zu den Vorjahren werden deutlich weniger Aussteller teilnehmen.

Von möglichen Besuchern habe die GHM, trotz der Einschränkungen, eine positive Rückmeldung bekommen. Bei einer Online-Befragung unter 10.000 Interessierten gaben rund 87 Prozent an, dass sie sich einen Besuch der beiden Messen vorstellen könnten. "Ob die Besucher dann auch wirklich kommen, wissen wir natürlich nicht", sagt Dohr.

Hygienemaßnahmen für Aussteller und Besucher

Um den Besuchern und Ausstellern einen möglichst sicheren Besuch zu ermöglichen, wurde ein umfassendes Maßnahmenpaket ausgearbeitet. Jeder wird mit der Eintrittskarte registriert, egal ob Aussteller, Servicepersonal oder Besucher. Eine Beschränkung der Besucherzahl soll es nicht geben, denn die Veranstaltungsfläche bleibt gleich, bei allerdings nur 70 Prozent der Aussteller. Somit könne in den Hallen überall ausreichend Platz gewährleistet werden, sagt Dohr. Außerdem wurden die Gänge auf vier Meter Breite vergrößert und das Tragen von Masken vorgeschrieben.

Die Aussteller haben neben den Hygienevorschriften keine weiteren speziellen Vorgaben für die Standgestaltung. Gunter Ziegelmeier, der in diesem Jahr mit einem Stand auf der Heim+Handwerk vertreten ist, möchte jedoch zusätzliche Hygienemaßnahmen wie einen Desinfektionsspender und einen Thermoscanner anbieten. Er haben nicht lange überlegen müssen, ob er an der Messe teilnimmt. "So früh wie in diesem Jahr habe ich mich noch nie angemeldet", sagt der Inhaber der Schreinerei Ziegelmeier. Da die Kunden in der Corona-Krise mit Aufträgen zurückhaltender waren, ist die Messe für seinen Betrieb ein wichtiger Anlaufpunkt, um mit Kunden direkt in Kontakt zu kommen. Auch er rechnet mit weniger Besuchern, hofft aber darauf, dass sich die, die kommen, wirklich für die Angebote interessieren.

IHM 2021 findet statt

Auch die Internationale Handwerksmesse kann unter dem Hygienekonzept im kommenden Jahr stattfinden, sagt Nina Gassauer, Sprecherin der GHM. Das Interesse der Aussteller sei bereits jetzt sehr groß. Die IHM ist 2021 für den 10. bis 14. März angesetzt.

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