Infratest dimap-Umfrage Union zur Europawahl klar vor SPD

Gut eine Woche vor der Europawahl zeichnet sich ein deutlicher Vorsprung der Union vor der SPD ab. Nach zwei neuen Umfragen hat dabei auch die CSU gute Chancen auf einen erneuten Einzug ins Europäische Parlament.

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Union zur Europawahl klar vor SPD

Wenn bereits an diesem Sonntag gewählt würde, könnte die CDU/CSU nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer mit 39 Prozent rechnen, die SPD erhielte 25 Prozent. Für die FDP und die Grünen würden sich jeweils zehn Prozent entscheiden, die Linke käme auf acht Prozent. Die CSU würde bundesweit "klar" die Fünf-Prozent-Grenze überspringen.

Ähnliche Ergebnisse ergab eine ARD-Umfrage, die in den "Tagesthemen" veröffentlicht wurde. Zusammen liegen CSU und CDU demnach bei 39 Prozent. Die CSU kommt dabei auf sechs Prozent. Die SPD erhielte 26 Prozent, die Grünen bekämen 12 Prozent, die FDP Prozent und die 7 Prozent. Bei der Europawahl vor fünf Jahren hatte die Union 44,5 Prozent erhalten. Die SPD war auf 21,5 Prozent abgestürzt. Die Grünen kamen damals auf 11,9 Prozent, jeweils 6,1 Prozent erzielten die PDS und die FDP.

Seehofer: Europawahl eine Richtungsentscheidung

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sagte der Nachrichtenagentur ddp: "Die Menschen entscheiden sich immer kurzfristiger, ob und wen sie wählen." Seine Partei werde deshalb "bis zur letzten Minute mit allem Einsatz dafür arbeiten", dass die Bürger zur Wahl gehen und ihre Stimme für die CSU abgeben. Seehofer betonte, bei der Europawahl gehe es um eine "Richtungsentscheidung". Das "bürgerliche Lager" wolle mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft "europaweit aus der Krise". Dagegen plane "die europäische Linke von der SPD bis zu den Kommunisten" letztlich eine "sozialistische Umverteilungsgesellschaft".

Wie das ZDF mitteilte, geben momentan allerdings nur 34 Prozent der Wahlberechtigten an, dass sie schon sicher sind, welcher Partei sie ihre Stimme geben wollen. Insgesamt 66 Prozent wollten entweder gar nicht wählen gehen oder seien noch unentschieden, ob sie teilnehmen und für welche Partei sie dann stimmen. Lediglich 30 Prozent hätten erklärt, dass sie sich sehr stark oder stark für die Europawahl interessieren, 69 Prozent interessierten sich nur wenig oder gar nicht dafür.

Für die Umfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" hatte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche 1.002 Wahlberechtigte bundesweit telefonisch befragt. Beim ZDF-Politbarometer waren im selben Zeitraum 1.348 Wahlberechtigte befragt worden.

ddp