Schavan kündigt Ende des dreigliedrigen Systems an - Bayern hält an Hauptschule fest Union uneins über Zukunft der Hauptschule

In der Union gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft der Hauptschule. Während die CDU für die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen eintritt, will die CSU am dreigliedrigen Schulsystem festhalten. Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte der Nachrichtenagentur dapd, aus seiner Sicht sei die "Auflösung einer Kernschulart nicht der richtige Weg".

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Union uneins über Zukunft der Hauptschule

Berlin (dapd). In der Union gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft der Hauptschule. Während die CDU für die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen eintritt, will die CSU am dreigliedrigen Schulsystem festhalten. Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagte der Nachrichtenagentur dapd, aus seiner Sicht sei die "Auflösung einer Kernschulart nicht der richtige Weg". Zuvor hatte Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) mitgeteilt, dass die CDU-Bildungskommission genau dies beschlossen habe.

"Bald wird es 35 Prozent weniger Schüler geben, darauf müssen wir uns einstellen", sagte Schavan der Zeitung "Die Welt" (Samstagausgabe). Eltern wünschten, dass ihre Kinder es nicht weit zur Schule hätten. "Deshalb wollen wir Haupt- und Realschulen zu Oberschulen zusammenlegen", sagte die Ministerin.

Damit verabschiedet sich die CDU vom dreigliedrigen Schulsystem und setzt auf ein zweigliedriges System. Schavan will, dass dabei das Gymnasium unangetastet bleibt: "Das Gymnasium hat sich pädagogisch längst weiterentwickelt. Es hat so viele Schüler wie nie zuvor, ist anerkannt und hat gute neue Profile entwickelt."

Bayern will jedoch nicht nur das Gymnasium, sondern auch ein dichtes Netz von Haupt- und Mittelschulen trotz sinkender Schülerzahlen sichern. Dazu könnten sich diese unter anderem zu Mittelschulverbünden zusammenschließen, sagte Spaenle. Der Minister räumte ein, dass dies personal- und kostenintensiver sei.

Spaenle unterstrich die Gemeinsamkeiten in der Union. CSU und CDU hielten beide am Gymnasium fest und lehnten die "Einheitsschule" ab. Der Minister meint damit das von der SPD favorisierte Modell der Gemeinschaftsschule, in der Kinder länger gemeinsam lernen und alle Abschlüsse bis zum Abitur erwerben können.

dapd