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Arbeits- und Wegeunfälle In diesen Bundesländern gibt es die meisten Arbeitsunfälle

Die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle liegt weiter im sechsstelligen Bereich. 730 Menschen verloren aufgrund von Unfällen 2018 ihr Leben. Das und noch mehr zeigt die neue Statistik der gesetzlichen Unfallversicherung.

"Öfter mal das Handy weglegen oder die Stöpsel aus dem Ohr nehmen", dieser deutliche Appell richtet der Hauptgeschäftsführer der Deutsche Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Stefan Hussy, an jeden einzelnen Verkehrsteilnehmer. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der neuen Unfallstatistik ermahnt er aber auch die Politik, Verkehrsräume besser zu sichern und Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass Ablenkung vom eigentlichen Handeln vermieden wird. So sollten Chefs etwa darauf verzichten, Mitarbeiter anzurufen, wenn sie wissen, dass diese gerade hintern Steuer sitzen. Zwar zeigen die neuen Zahlen der DGUV keinen starken Anstieg bei den Arbeits- und Wegeunfällen – aber eben auch nicht, dass sie gesenkt werden konnten.

So zeigt die Erhebung der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die die DGUV, nun veröffentlicht hat, dass die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr mit 877.198 um 3.676 Unfälle höher lag als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 0,42 Prozent. Außerdem hatten 188.527 Versicherte einen meldepflichtigen Wegeunfall, ein Minus von 2.441 gegenüber 2017 (-1,28 Prozent).

Arbeitgeber müssen Arbeits- und Wegeunfälle melden, wenn die Unfälle zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod von Versicherten führen.

So viele Menschen mussten ihren Job wegen eines Arbeitsunfalls aufgeben

Schaut man sich die Zahl der schweren und tödlichen Unfälle genauer an, wird auch hier deutlich, dass sie kaum zurückgegangen sind. Die DGUV macht diese Zahl an den Unfallrenten fest. So belief sich die Zahl der neuen Unfallrenten auf 18.107. Also kamen 18.107 neue Rentner hinzu, die ihre Beschäftigung aufgrund eines Unfalls aufgeben mussten. 2017 lag diese Zahl bei 18.232 erstmals gezahlten Unfallrenten. Die Statistik der tödlichen Unfälle zeigt, dass im vergangenen Jahr 730 Versicherte aufgrund von Unfällen ihr Leben verloren haben (2017: 731) – 420 Menschen durch Arbeitsunfälle und 310 durch Wegeunfälle.

Rein statistisch ist hat sich das Unfallrisiko im Jahr 2018 um neun Prozent erhöht. Die DGUV spricht von einer Quote der Arbeitsunfälle je 1.000 Beschäftigter in Vollzeit von 23,1 im vergangenen Jahr – 2017 lag diese Quote bei 21,2. Allerdings erwähnt Hauptgeschäftsführer Hussy dabei die Umstellung auf eine digitale Unfallerfassung im vergangenen Jahr: "Für 2018 haben die Unternehmen die Arbeitsstunden ihrer Beschäftigten erstmals über den digitalen Lohnnachweis übermittelt. Im Ergebnis hatten wir wesentlich präzisere Daten, aber auch einen Rückgang der Zahl der Vollarbeiter um rund 3,3 Millionen auf 38 Millionen.“ Die nahezu unveränderte Zahl der Arbeitsunfälle verteilt sich also auf weniger Vollarbeiter und das Unfallrisiko stieg quasi nur auf dem Papier.

Arbeits- und Wegeunfälle nach Bundesländern 2018

Bundesländer Meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle Neue Unfallrenten Tödliche Unfälle
Baden-Württemberg 136.141 2.458 87
Bayern 173.259 3.119 115
Berlin 44.649 617 15
Brandenburg 28.479 486 25
Bremen 10.631 192 8
Hamburg 27.683 394 18
Hessen 70.634 1.155 49
Mecklenburg-Vorpommern 20.670 318 20
Niedersachsen 107.518 1.698 79
Nordrhein-Westfalen 229.402 3.940 137
Rheinland-Pfalz 45.466 908 34
Saarland 12.740 224 8
Sachsen 55.821 927 53
Sachsen-Anhalt 29.028 505 25
Schleswig-Holstein 34.013 561 18
Thüringen 26.952 466 27
Übrige (Ausland, nicht zuzuordnen, keine Angabe) 12.639 139 12
Insgesamt 1.065.725 18.107 730

Quelle: DGUV

So häufig wurden Erkrankungen als Berufskrankheiten anerkannt

Erfasst hat die DGUV in der Statistik auch die Anerkennungen von Berufskrankheiten im Jahr 2018. Entscheiden mussten die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in 78.384 Fällen über geäußerte Verdachtsfälle. Diese bestätigten sie in 38.005 Fällen, was fast dem Vorjahreswert von 38.080 Fällen der Anerkennung einer Berufskrankheit entspricht. In mehr als der Hälfte dieser Fälle lag eine beruflich verursachte Hauterkrankung vor. 4.813 Versicherte erhielten erstmals eine Rente aufgrund einer Berufskrankheit. Das sind 143 weniger als im Vorjahr. Zudem verstarben 2.435 Versicherten in Folge einer Berufskrankheit. Die häufigste Ursache dafür war der berufliche Kontakt mit Asbest. dhz

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