Die als "Bombodrom" bekannte Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs soll nach dem Willen der Umweltministerkonferenz (UMK) nicht vollständig als Nationales Naturerbe ausgewiesen werden. Die UMK werde sich für die Korrektur eines entsprechenden Beschlusses des Haushaltsausschusses des Bundestages einsetzen, teilte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) mit.
Umweltminister: Ex-"Bombodrom" soll nicht komplett Naturerbe werden
Potsdam/Wernigerode (dapd-lbg). Die als "Bombodrom" bekannte Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs soll nach dem Willen der Umweltministerkonferenz (UMK) nicht vollständig als Nationales Naturerbe ausgewiesen werden. Die UMK werde sich für die Korrektur eines entsprechenden Beschlusses des Haushaltsausschusses des Bundestages einsetzen, teilte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Freitag nach einer Sitzung der Umweltminister der Länder und des Bundes in Wernigerode mit.
Tack betonte, es würde den Gestaltungsspielraum für ein tragfähiges Nutzungskonzept erweitern, wenn nicht die gesamte Fläche als Naturerbe ausgewiesen werde. Brandenburg plane eine vielfältige Nutzung der fast 12.000 Hektar großen Fläche.
Bekannt ist der ehemalige sowjetische Truppenübungsplatz vor allem wegen des Widerstandes der Region gegen die weitere Nutzung durch die Bundeswehr. Nach jahrelangen Protesten und Prozessen hatte die Bundesregierung im vergangenen Jahr ihre Pläne für einen Tiefflug-Übungsplatz aufgegeben. Im November 2010 beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestages, die Flächen komplett als Nationales Naturerbe auszuweisen.
Diesem nicht mit dem Land abgestimmten Vorgehen widersetzt sich Brandenburg, wie Tack betonte. Ihrer Ansicht nach würde der spezielle Status als Nationales Naturerbe für die Gesamtfläche des ehemaligen Truppenübungsplatzes eine wirtschaftliche Nutzung - etwa als Standort für regenerative Energien - ausschließen.
Zum Nationalen Naturerbe gehören laut Tack herausragende und einmalige Ökosysteme wie das Wattenmeer, die großen Stromtäler an Elbe und Oder sowie vielfältige Lebensräume der Mittel- und Hochgebirge.
dapd
