Der Neubau des Familienbetriebs Winklmeier bietet viel Platz, ist ökologisch gebaut und verfügt über ein ausgeklügeltes Energiekonzept. Damit ist der Getränkemarkt gut vorbereitet für die Übergabe an die nächste Generation.
Familiär, regional und ökologisch, so beschreibt der Getränkehandel Winklmeier im oberbayerischen Zolling seine Firmenphilosophie. Inhaber Kurt Winklmeier wollte den Betrieb mit einem neuen Firmengebäude für die dritte Generation zukunftsfähig machen. Der 27-jährige Sohn Markus soll den Abholmarkt und Lieferservice in einigen Jahren übernehmen. Deshalb seien auch räumliche Veränderungen nötig gewesen.
Die Familie erwarb dafür ein Grundstück in einem neuen Gewerbegebiet im gleichen Ort, das etwa 50 Kilometer von München entfernt liegt. Bei der Gestaltung entschied sich Winklmeier für einen nachhaltigen Holzbau mit einem Energiekonzept aus großer Fotovoltaikanlage, Stromspeicher und Wärmepumpe. Wichtig war ihm auch, dass der Neubau von Handwerksfirmen aus der Umgebung errichtet wird.
Das Gewerbegebäude bietet eine Nutzfläche von 620 Quadratmetern, dabei nimmt das Lager mit Verkauf den meisten Platz ein. Hinzu kommen Büros und Sozialräume, ein Archiv sowie eine Galerie in der ersten Etage.
Winklmeier baut mit kleinem Fußabdruck
Das Gebäude ist in Holzständerbauweise mit viel Vollholz errichtet. "Wenn wir schon versiegeln, dann so nachhaltig wie möglich", begründet Winklmeier. Außerdem sei das Gebäude damit einfach rückbaubar und könne gut recycelt werden. Gedämmt wurde, so weit wie möglich, mit Weichholzplatten und nur dort, wo es wegen der Nicht-Brennbarkeit erforderlich war, mit Mineralwolle.
Eine Beheizung der Halle hatte Winklmeier ursprünglich nicht geplant, allerdings gaben die niedrigen Temperaturen in dem Ende der 1980er-Jahre gebauten Anbau der Familie ihm zu denken. "Da war es sehr kalt und trotzdem haben wir jedes Jahr rund 3.000 Euro für Strom und Öl gezahlt.“
Winklmeiers Energieberater Wolfgang Hilz und Architekt Bernd Kerscher brachten ihn auf die Idee mit der Wärmepumpe. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach war ohnehin geplant und diese kann auch klimafreundlichen Strom für die Heizung liefern. Sie erzeugt rund 100.000 Kilowattstunden im Jahr.
Behaglich auch im Winter
Diese benötigt der Betrieb auch für die Kühlung im Sommer, Lampen, elektronische Kassen und automatische Türen. Zwei Luft-Luft-Wärmepumpen mit jeweils 12 Kilowatt Heizleistung sind die größten Verbraucher. Eine versorgt die Niedertemperatur-Fußbodenheizung in der Halle mit Energie, die zweite die Wandheizungen in den Büros und Sozialräumen. Die Vorlauftemperatur beträgt 21 Grad Celsius, in der Halle mit temperierter Bodenplatte liegt die Zieltemperatur im Winter bei 17 Grad Celsius. Ein 200-Liter-Pufferspeicher speichert Energie für die Bodenplatte. Für das warme Wasser im Aufenthaltsraum und im Bad wurde ein Boiler installiert.
Um den Wärmebedarf zu reduzieren, sind das Dach und die Außenwände gedämmt. „Die 13.000 Getränkekisten, die im Lager stehen, kann man ebenfalls als Wärme-Speichermasse betrachten“, ergänzt Winklmeier. Offiziell hat sein neues Firmengebäude KfW Effizienzhaus-Standard 40. "Aber eigentlich hat es KfW Standard 26", sagt er mit einem Augenzwinkern und verweist auf den Energieausweis seines Energieberaters Wolfgang Hilz. Demnach verbraucht das Gebäude nur 26 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr für die Wärmeversorgung.
Nach 15 Monaten Bauzeit zieht Winklmeier zufrieden Bilanz: "Wir fühlen uns rundum wohl in unserem neuen Firmengebäude." sg
