Freizeitausgleich Überstundenabbau: Kein Ersatz bei Krankheit an freiem Tag

Wer im Urlaub krank wird, kann sich nicht genutzte Tage wieder gutschreiben lassen. Etwas anderes gilt, wenn Arbeitnehmer an einem Tag erkranken, an dem sie eigentlich Überstunden abfeiern wollten. So ist die Rechtslage beim Freizeitausgleich.

Werden Mitarbeiter krank, während sie Überstunden abfeiern, haben sie keinen Anspruch darauf, die entsprechenden Stunden wieder gutgeschrieben zu bekommen. - © terovesalainen - stock.adobe.com

Wenn die eigene Gesundheit die Urlaubspläne durchkreuzt, ist das ärgerlich. Immerhin: Die Urlaubstage verfallen nicht, sofern dem Arbeitgeber ein ärztliches Attest vorgelegt wird. Der Grund hierfür ist einfach: Wer seinen Urlaub krank im Bett verbringt, regeneriert sich nicht. Urlaub muss jedoch der Erholung dienen.

Ein Freizeitausgleich, also das bezahlte Abfeiern von Überstunden, ist rechtlich gesehen kein Urlaub. Die Erholung steht nicht im Vordergrund. "Man muss den Freizeitausgleich für Überstunden nicht mit dem Urlaub vergleichen, sondern mit dem arbeitsfreien Wochenende", sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Das heißt, wer zum Beispiel am Freitag seine angesparten Überstunden nehmen will und Freitagfrüh krank aufwacht, kann nicht hinterher zum Chef gehen und den Ausgleich für einen anderen Tag beantragen. "Wer von Samstagvormittag bis Sonntagnachmittag krank ist und am Montag wieder zur Arbeit gehen kann, hat ja auch keinen Anspruch, das durch Krankheit verlorene Wochenende nachzuholen", sagt Bredereck.

Freier Tag zum Überstundenabbau muss vorab genehmigt worden sein

Voraussetzung ist, dass der Tag bereits im Voraus vom Arbeitgeber genehmigt wurde. Das bedeutet: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich auf den Freizeitausgleich geeinigt haben. "Was im Dienstplan steht, gilt", sagt Bredereck. In der Praxis und im Einzelfall kommt es aber darauf an, wie und wo am Arbeitsplatz solche Vereinbarungen festgehalten werden.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einen freien Tag betreffend ist aus Brederecks Sicht nicht nötig. "Eine Krankmeldung betrifft ja immer die Arbeitstage. Bei einem Freizeitausgleich gibt es keine Arbeitsverpflichtung." dpa/fre