Bisher unbekannte Gutachten werfen laut einem Medienbericht den Verdacht auf, dass die Sächsische Landesbank (SachsenLB) 2007 überstürzt und zu billig verkauft wurde. Bei Ermittlungen gegen ehemalige Vorstände der Bank seien Fahnder auf ein Gutachten der Kanzlei Norton Rose aus dem Jahr 2007 gestoßen, berichtete der "Spiegel".
Überstürzt und zu billig ?
Hamburg (dapd). Bisher unbekannte Gutachten werfen laut einem Medienbericht den Verdacht auf, dass die Sächsische Landesbank (SachsenLB) 2007 überstürzt und zu billig verkauft wurde. Bei Ermittlungen gegen ehemalige Vorstände der Bank seien Fahnder auf ein Gutachten der Kanzlei Norton Rose aus dem Jahr 2007 gestoßen, berichtete der "Spiegel". In dem vertraulichen Papier werde bezweifelt, dass die SachsenLB für milliardenschwere Verbindlichkeiten ihrer Zweckgesellschaften in Dublin haften müsse.
Eine entsprechende Vereinbarung, aus der die Landesregierung und der Bankvorstand einst die Haftung ableiteten, sei möglicherweise falsch eingeschätzt worden, heißt es in dem Bericht. Der Vertrag scheine "nach Struktur und Systematik keine hinreichende Grundlage für eine milliardenschwere Ausgangsverpflichtung zu sein", zitierte das Magazin aus einem Gutachten der Juristen. Ermittler hätten zwei weitere Gutachten gefunden, die offenbar zu ähnlichen Ergebnissen kämen. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Leipzig wollte sich am Wochenende nicht zu den Vorgängen äußern.
Die SachsenLB war 2007 an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) notverkauft worden, nachdem sie sich mit hochspekulativen Geschäften am Finanzmarkt Dublin verhoben hatte. Der aus der Beinahe-Pleite entstandene Schaden für den Freistaat beträgt laut dem Bericht mindestens 360 Millionen Euro. Das sächsische Finanzministerium habe sich unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu den Gutachten äußern wollen.
dapd
