Weltgrößter Versicherer bekräftigt Gewinnprognose - Fondsgeschäft boomt Überschwemmungen in USA kosten Allianz 60 Millionen Euro

Trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Quartal peilt die Allianz weiterhin ein Jahresergebnis von 8 Milliarden Euro an. Obwohl Naturkatastrophen den weltweit größten Versicherer mit 737 Millionen Euro belasteten, sank das operative Ergebnis nur leicht. Dabei half auch das starke Fondsgeschäft. "Alle internationalen Wettbewerber haben schlechtere Zahlen", sagte Finanzchef Oliver Bäte am Donnerstag.

Foto: dapd

Überschwemmungen in USA kosten Allianz 60 Millionen Euro

München (dapd). Trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Quartal peilt die Allianz weiterhin ein Jahresergebnis von 8 Milliarden Euro an. Obwohl Naturkatastrophen den weltweit größten Versicherer mit 737 Millionen Euro belasteten, sank das operative Ergebnis nur leicht. Dabei half auch das starke Fondsgeschäft. "Alle internationalen Wettbewerber haben schlechtere Zahlen", sagte Finanzchef Oliver Bäte am Donnerstag in München und fügte hinzu: "Wir sehen uns auf Kurs, unseren Ausblick zu erreichen."

Unter dem Strich war der Quartalsgewinn zwar von 1,6 Milliarden auf 915 Millionen Euro eingebrochen. Allerdings hatte die Allianz im Vorjahresquartal eine halbe Milliarde aus dem Verkauf von Anteilen an der chinesischen ICBC-Bank eingenommen. Außerdem stieg die Steuerlast um fast 200 Millionen Euro.

Dagegen sank der Umsatz im Vergleich zum Rekordquartal vor einem Jahr um lediglich zwei Prozent. Das operative Ergebnis ging um vier Prozent auf 1,66 Milliarden Euro zurück.

Die jüngsten Wirbelstürme und Überschwemmungen in den USA werden die Allianz etwa 60 Millionen Euro kosten. Für das Erdbeben in Spanien habe er noch keine Informationen, sagte Bäte. Aber im Jahresbudget für Naturkatastrophen seien noch 400 Millionen Euro übrig. In der griechischen Schuldenkrise sei die Allianz auf jede mögliche Maßnahme vorbereitet.

Allein die Erdbeben und Überschwemmungen in Japan, Australien und Neuseeland belasteten die Versicherung im ersten Quartal mit 697 Millionen Euro. Aber operative Verbesserungen in wichtigen Märkten, höhere Prämien und stabile Investmenterträge hätten die Belastung in der Schaden-Unfall-Sparte weitgehend aufgefangen, sagte Bäte.

In der deutschen Autoversicherung rechnet er nicht mit einem starken Preisanstieg. "Einige Wettbewerber wollen im Kampf um Marktanteile lieber Geld verbrennen", sagte er. Die Allianz könne daher nur mit Kostensenkungen auf einen grünen Zweig kommen.

In der Lebens- und Krankenversicherung sank der Umsatz um sieben Prozent, das operative Ergebnis sogar um 16 Prozent. Bäte verwies auf den harten Wettbewerb in Frankreich, Italien und Asien und Belastungen durch den starken Euro. Aber das größte Risiko in der Lebensversicherung blieben die Zinsen, die trotz des aktuellen Anstiegs immer noch unter dem Niveau vor einem Jahr lägen. "In Summe sind wir mit der Entwicklung Leben sehr zufrieden, angesichts des schwierigen Umfeldes", sagte der Finanzchef.

Weiterhin glänzend lief es für die Allianz im Asset Management. Das verwaltete Vermögen Dritter stieg auf 1,1 Billionen Euro, das operative Ergebnis legte um über 13 Prozent zu. Damit trugen die drei Säulen Schaden, Leben und Vermögensverwaltung fast in gleicher Größenordnung zum operativen Ergebnis bei.

dapd