Wenn nachts Autos vor dem Zimmerfenster vorbeibrausen, stört das nicht nur den Schlaf. Langfristig können Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Erkrankungen die Folge sein. Die Deutschen fühlen sich vor allem durch Verkehrslärm gestört. Das Bundesumweltamt will den Lärmschutz deshalb in diesem Jahr zu einem seiner Arbeitsschwerpunkte machen.

54 Prozent der Deutschen fühlt sich in ihrem Wohnumfeld durch Lärm von Autos und LKWs belästigt. Das ergab eine repräsentative Studie des Umweltbundesamtes (UBA). "Lärm ist eine Belastung, die zwar nur lokal wirkt, aber nahezu flächendeckend in Deutschland auftritt", sagt der UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Dieser Lärm nerve nicht nur, er könne auch krank machen.
Dabei stützt sich Flasbarth auf Studien des Umweltbundesamtes, wonach bereits niedrige Dauerschallpegel von 40 dB(A) in der Nacht das Risiko für Herz- Kreislauf-Krankheiten und psychische Erkrankungen signifikant steigen lassen. Die Behörde will den Lärmschutz im Jahr 2013 zu einem seiner drei Schwerpunktethemen machen.
Verkehrslärm stört am meisten
Auf Platz eins der störenden Lärmquellen ist der Straßenverkehr, es folgt der Nachbarschaftslärm. Der Schienenverkehr liegt der UBA-Umfrage zufolge auf Platz drei. Damit steht die Schiene auf Platz zwei der verkehrsbedingten Lärmquellen.
Das größte Problem beim Schienenverkehr liegt laut dem UBA in den großen Güterverkehrskorridoren, auf denen vor allem nachts gefahren wird. "Unnötiger Lärm durch Güterzüge darf nicht weiter die Achillesferse der im Vergleich zum LKW sonst sehr umweltfreundlichen Schiene sein", sagte Flasbarth.
Umrüstung bei Güterzügen soll Lärm reduzieren
Um die Geräusche der Züge möglichst gering zu halten, plädiert der UBA-Präsident dafür, die Gleise möglichst glatt zu halten, etwa durch regelmäßiges Schleifen. Zudem könne der Lärm nach Ansicht von Flasbarth durch einen Austausch der Bremsen verringert werden.
"Gerade bei alten Güterwagen im Bestand lohnt es sich, die klassischen Grauguss-Bremsklötze gegen moderne Alternativen aus Kunststoff zu tauschen", sagt Flasbarth. Dadurch könne verhindert werden, dass sich die Räder aufrauen, die Gleise beschädigten und dadurch Lärm verursachen.
Weitere Schwerpunkte des Bundesumweltamtes sollen 2013 die Themen "Meere" sowie "Nachhaltig Bauen und Wohnen" sein. dhz
Mehr zu den Schwerpunkten erfahren Sie auf der Website des Bundesumweltamts .