Der Reisekonzern TUI hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres trotz der Unruhen in Nordafrika deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Der Umsatz wuchs von Oktober bis Ende März um 9 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Der saisonal übliche Konzernverlust im ersten Halbjahr wurde um knapp 130 Millionen auf minus 304 Millionen Euro reduziert.
TUI mit besserem Ergebnis
Hannover (dapd). Der Reisekonzern TUI hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres trotz der Unruhen in Nordafrika deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Der Umsatz wuchs von Oktober bis Ende März um 9 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Der saisonal übliche Konzernverlust im ersten Halbjahr wurde um knapp 130 Millionen auf minus 304 Millionen Euro reduziert.
Das entspricht einer Verbesserung von 30 Prozent, wie TUI am Donnerstag in Hannover mitteilte. Damit wurden die zusätzlichen Kosten von 38 Millionen Euro wegen der Unruhen in Ägypten und Tunesien mehr als gutgemacht. Bei Pauschalreiseveranstaltern sind Verluste in der Wintersaison normal: Die Anbieter müssen Vorleistungen für den Sommer bezahlen. Die Gewinne fallen dann im Sommer an.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2010/11 rechnet der größte Touristikkonzern Europas mit einer Steigerung des Umsatzes von rund 16,3 Milliarden Euro im Vorjahr und einer leichten Verbesserung des operativen Ergebnisses von rund 590 Millionen Euro im Vorjahr.
Die Schulden des Konzerns fielen um mehr als 700 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro. Zum besseren Ergebnis trugen sowohl die Tochter TUI Travel als auch die eigenen Hotels und Kreuzfahrtschiffe bei, aber auch die zum Verkauf stehende Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd.
Kern der erfolgreichen Entwicklung war die Londoner Tochter TUI Travel, in der alle TUI-Reiseveranstalter zusammengefasst sind. TUI Travel hatte ihr Halbjahresergebnis um 5 Prozent auf einen operativen Verlust von umgerechnet 350 Millionen Euro verbessert. Der Umsatz stieg um ebenfalls 5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, wie TUI-Travel bereits am Dienstag mitgeteilt hatte.
TUI Travel führte die besseren Zahlen auf Fortschritte bei der Firmensanierung zurück sowie auf bessere Absätze in Skandinavien und bei der Fluglinie Corsair. Für den Sommer erwartet TUI Travel ein besseres Geschäft als letztes Jahr: In allen Regionen liegen die gebuchten Umsätze über dem Stand zur selben Zeit des Vorjahres. Für Deutschland liegen die Buchungen sogar 12 Prozent höher.
TUI Travel gehört zu 55 Prozent der TUI-Muttergesellschaft, den Rest halten Fonds und andere Investoren.
Auch bei der Beteiligung Hapag-Lloyd lief es rund: Der Umsatz der Hamburger Reederei stieg im ersten Quartal um 16,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um mehr als 50 Prozent auf über 16 Millionen Euro. TUI gehört noch etwas weniger als die Hälfte der Reederei, weitere Anteile sollen verkauft werden.
dapd
