Konzernumsatz auf 1,55 Milliarden Euro gestiegen TÜV Süd wächst in Asien rasant

Der TÜV Süd hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erwirtschaftet und erwartet von der Energiewende und vom Asiengeschäft einen weiteren Wachstumsschub. "Wir werden 2011 erneut mindestens 1.600 Arbeitsplätze schaffen, davon hier in Deutschland voraussichtlich 400", sagte Vorstandschef Axel Stepken am Dienstag in München.

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TÜV Süd wächst in Asien rasant

München (dapd). Der TÜV Süd hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erwirtschaftet und erwartet von der Energiewende und vom Asiengeschäft einen weiteren Wachstumsschub. "Wir werden 2011 erneut mindestens 1.600 Arbeitsplätze schaffen, davon hier in Deutschland voraussichtlich 400", sagte Vorstandschef Axel Stepken am Dienstag in München.

Der von einem Verein und einer Stiftung getragene Prüfkonzern steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 10 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, davon zwei Drittel in Deutschland. Der Gewinn vor Steuern stieg um 21 Prozent auf 123 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland auf 10.000. Im laufenden Jahr habe sich das Wachstumstempo noch weiter beschleunigt, sagte Stepken.

Die stärksten Impulse kommen zum einen von den erneuerbaren Energien und der Elektromobilität. Bei der Batterieprüfung für E-Fahrzeuge will der TÜV Süd "international die Nummer eins werden". Das neue Prüflabor in Garching soll ab Sommer in Betrieb gehen.

Das zweite Wachstumsfeld ist die Prüfung von Verbraucher-, Industrie- und Medizinprodukten. "Die stärksten Wachstumsimpulse werden dabei von Asien ausgehen", sagte Stepken. In Asien erwirtschaftet der TÜV Süd heute fast 200 Millionen Euro Umsatz und damit schon deutlich mehr als in Westeuropa oder Amerika.

Mit dem klassischen Auto-TÜV in Deutschland erwirtschaftet der Marktführer bei Fahrzeugprüfungen ebenfalls 200 Millionen Euro. Hier wächst vor allem das Auslandsgeschäft - allein in der Türkei prüft der TÜV Süd inzwischen mehr Autos als in Deutschland, und er ist auch in Frankreich, Spanien und Südafrika aktiv. Außerdem will der Konzern mit Dienstleistungen wie Fahrzeugzulassung zulegen und europäischer Marktführer beim unabhängigen Flottenmanagement werden.

Mit einer Viertelmilliarde in der Kasse und einem großen Kreditrahmen sei der TÜV Süd für weitere Akquisitionen im Ausland gut gerüstet, sagte Stepken. Schon vergangenes Jahr übernahm er alle sechs Wochen ein Unternehmen. Der Auslandsumsatz soll mittelfristig auf 40 Prozent steigen.

Bei der Elektromobilität sei der TÜV Süd zum gefragten Partner der Autoindustrie geworden, sagte Vorstand Horst Schneider. Für einen großen Reifenhersteller kläre er, ob die Entwicklung von Spezialreifen für E-Autos sinnvoll sei. Für einen bekannten Sportwagenhersteller erarbeite er ein Sicherheitskonzept zum Einsatz von Hochvoltbatterien. Aber "die Batterie ist eine Brückentechnologie" sagte Schneider. "Die Reichweiten liegen deutlich unter dem, was Autofahrer heute gewohnt sind." Im Winter fresse die Heizung zusätzlich Strom, weil dafür keine Abwärme wie beim Benzin- oder Dieselmotor zur Verfügung stehe. Deshalb müsse die Energie eines Tages direkt an Bord erzeugt werden, zum Beispiel mit einer Brennstoffzelle.

dapd