Kappadokien ist ein Begriff für eine außergewöhnliche, märchenhafte Tuffsteinlandschaft mit hunderten von Höhlenkirchen und Klöstern im Bergland westlich von Kayseri. Im Hinterland der Millionenstadt Kayseri fühlt man sich in eine fast surreal anmutende, geheimnisvoll schöne Welt versetzt.
Türkeiurlaub für Wanderer und Entdecker
Diese Traumlandschaft aus Tuffstein ist durch Vulkanausbrüche und zahlreiche Wasserläufe entstanden, in deren Folge die Gegend zu bizarren Kegeln und Spitztürmen verändert wurde, vielfach auch durchlöchert, um Tauben eine Nistmöglichkeit zu schaffen. Tauben werden in Anatolien verehrt, haben sie doch geholfen, Mohammed vor seinen Verfolgern zu beschützen. So entstanden die sagenhaften Feenkamine. Der vulkanische Boden ist äußerst fruchtbar und es gedeihen Aprikosen und Kürbisse, aber auch Wein von guter Qualität.
Der Tuffstein ist so weich, dass es ohne Weiteres gelingt ihn auszuhöhlen. Diesen Umstand haben sich schon in der Frühzeit die Menschen zu eigen gemacht: So entstanden die unterirdischen Städte in der Zeit der Phryger und diese wurden später von den Byzantinern erweitert. Sie waren Rückzugsgebiet bei feindlichen Angriffen und die geheimen Zugänge konnten mit mühlsteinförmigen Rollsteinen von innen abgeriegelt werden.
Die ersten Christen nutzten sie, um in Abgeschiedenheit ein andächtiges Leben führen zu können, aber vor allem als Versteck vor ihren Feinden (Perser, Römer, Araber, Mongolen). Sie legten nicht nur Kirchen und Kapellen an, die ins Gestein gearbeitet wurden, sondern ganze Städte für mehrere tausend Menschen. Zum Teil bis zu zehn Stockwerke tief, ermöglichten Einrichtungen wie Küchen, Lager, Schlafräume und sogar Tierställe und Leichenhallen samt Lüftungsschächten einigermaßen komfortable Lebensumstände. Man vermutet, dass es heute noch viele unentdeckte Anlagen gibt, die auch untereinander verbunden sind. Die größte unter den touristisch erschlossenen ist die unterirdische Stadt Derinkuyu. In ihr lebten wohl an die 10.000 Menschen.
Im Freilichtmuseum Göreme kann man alte Klosteranlagen und gut erhaltene christliche Kirchen und Gebetsstätten besuchen. Alle wurden aus dem Fels geschlagen, der in seiner typischen Struktur den Charakter der Gegend zeigt. Es ist Tuffstein und überlagerte Kalksteinschichten mit unterschiedlicher Färbung und Dichte. Hier hatte sich im 3. Jahrhundert mit Hilfe glaubensstarker Mönche ein religiöses Zentrum entwickelt. Die bedeutendste Kirche von Göreme ist die Karanlik Kilise, die dunkle Kirche. Wegen ihres versteckten Eingangs ist sie bis heute sehr gut erhalten und durch die Dunkelheit haben die Fresken ihre gesamte Leuchtkraft erhalten. Sie geben Szenen aus dem Leben Jesu und der Evangelisten wieder und sind aus der Zeit vom 11. Jahrhundert. Göreme ist Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.
Zu empfehlen ist eine Ballonfahrt, um diese einmalige Landschaft zu betrachten: Die aufgehende Sonne taucht das Land in ein mildes Rot und die Strukturen der Felsen und Täler wirken weich und wie aus Lehm geformt. Einige Wohnhöhlen wurden mittlerweile zu komfortablen Hotels ausgebaut. Die gesunde Luft und die Stille in diesem atmenden Stein sind wohltuend und schlaffördernd.
ZR
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