Die Deutsche Bank wird in diesem Jahr ihr Gewinnziel von zehn Milliarden Euro trotz der europäischen Schuldenkrise erreichen. Das Ziel sei in Sicht, erklärte das größte deutsche Finanzinstitut am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal.
Trotz Schuldenkrise verbucht die Deutsche Bank einen Milliarden-Quartalsgewinn
Frankfurt/Main (dapd). Die Deutsche Bank wird in diesem Jahr ihr Gewinnziel von zehn Milliarden Euro trotz der europäischen Schuldenkrise erreichen. Das Ziel sei in Sicht, erklärte das größte deutsche Finanzinstitut am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal.
Von April bis Ende Juni verdiente die Bank den Angaben zufolge 1,2 Milliarden Euro und damit etwas mehr als im Vorjahreszeitraum. In den ersten sechs Monaten 2011 habe der Gewinn nach Steuern bei 3,4 Milliarden Euro gelegen, nach 2,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2010. An der Börse wurden die Zahlen gut aufgenommen. Die Aktie des DAX-Unternehmens legte am Vormittag zu.
An Wertberichtigungen für griechische Staatsanleihen fielen im zweiten Quartal 155 Millionen Euro an, wie die Bank mitteilte. Der Gewinn wurde auch durch die Bankenabgabe geschmälert, die im zweiten Quartal erstmals erhoben wurde und 62 Millionen Euro ausmachte. Im Gesamtjahr rechnet die Bank nach Angaben von Finanzvorstand Stefan Krause mit 124 Millionen Euro. Dies liege "am unteren Ende der künftig zu erwartenden jährlichen Abgabe", sagte Krause.
Trotz zunehmend schwieriger Marktbedingungen habe sich das Geschäftsmodell der Deutschen Bank als robust erwiesen, sagte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann, der im Mai nächsten Jahres in den Aufsichtsrat wechseln soll. Ihm folgt eine Doppelspitze aus dem Vorstand des Investmentbankings, Anshu Jain, und dem Leiter des Deutschlandgeschäfts, Jürgen Fitschen, wie die Bank am Montagabend mitgeteilt und damit wochenlange Spekulationen beendet hatte.
Nach Angaben von Finanzvorstand Krause hat die Bank im ersten Halbjahr ihren Netto-Bestand an Staatsanleihen aus Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien um rund 70 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro reduziert. Das Netto-Volumen der Griechenland-Anleihen sank im ersten Halbjahr um 450 Millionen Euro auf 1,15 Milliarden Euro.
Von den einzelnen Geschäftsfeldern legte im zweiten Quartal besonders das Privatkundengeschäft zu, das zum zweiten Standbein der Bank ausgebaut werden soll. Die Bank führte dies auf einen starken Beitrag der Postbank, geringere Risiko-Kosten und striktes Kostenmanagement zurück. Das Investmentbanking als größter Bereich erwies sich als stabil.
Die Zahlen der Deutschen Bank stehen in krassem Gegensatz zu denen der Schweizer Großbank UBS. Deren Nettogewinn brach im zweiten Quartal um fast die Hälfte auf knapp 874 Millionen Euro ein, wie das Kreditinstitut am selben Tag in Zürich mitteilte.
dapd
