Wer im Winter zur Arbeit nach draußen muss, sollte sich nicht nur gegen Kälte, Wind und Nässe schützen. Die Hersteller von Berufskleidung bieten zahlreiche Konzepte, mit denen sich Handwerker gegen die kalte Jahreszeit wappnen können.
Sabine Anton-Katzenbach
Eines der bewährtesten Mittel gegen Frieren ist zweifelsfrei die Unterwäsche. Während sie zu früheren Zeiten als lange Unterhose und langärmeliges Unterhemd aus Wolle daherkam, wird die moderne Variante meist aus enganliegendem, gerautem Polyester angeboten. Deren flauschige Innenseite isoliert gegen Kälte, ist angenehm weich, lässt sich gut unter der Berufskleidung tragen und ist einfach zu waschen. Bei Schweißer-, Flex- und anderen hitzeexponierten Arbeiten ist sie allerdings ungeeignet, denn Polyester schmilzt und brennt sich schmerzhaft in die Haut ein.
Obwohl Funktionsunterwäsche längst die Passform und den Komfort einer zweiten Haut hat, ist sie nicht für jedermann die richtige Wahl. Zum Schutz des Oberkörpers gibt es daher zahlreiche Alternativen, die miteinander kombiniert werden können und jede Wetterlage abbilden. An erster Stelle sind etwa Kapuzensweatshirts oder -jacken zu nennen. Sie bestehen üblicherweise aus einem dickeren, mitunter gerauten Material, das wärmt und notfalls einem kurzen Schauer standhält. Die Kapuze schützt den Kopf gegen Zug. Für Schutzhelm-Träger muss sie entsprechend groß und weitenverstellbar sein.
Körpermitte mit Weste warm halten
Um die Arme frei, aber die Körpermitte warm zu halten, sind Westen eine passende Ergänzung zu Langarmshirts, Hemden, Faserpelz- oder Stricktroyern, und leichteren Jacken. Sie werden als Fleece-, Softshell-, wattierte Stepp- oder Arbeitswesten angeboten und ergeben aufgrund ihres Materials und des Flächengewichts einen unterschiedlichen Abschirmgrad gegenüber Kälte und Nässe. Während Softshells beispielsweise einen leichten Nässeschutz innehaben, eignen sich die anderen Varianten eher für trockenes, kälteres Klima. Westen müssen außerdem mit einer ausreichenden Zahl an praktischen Taschen versehen sein, die – wenn nötig – das Eindringen von Regen verhindern.
Sollten die Wetterverhältnisse das Tragen einer Weste unmöglich machen, sind Jacken die nächste Stufe im Zwiebellook. Sie gibt es quasi für jedes Wetter. Das Vielseitigkeitstalent ist die bequeme, dehnbare Softshell-Jacke, die in zahlreichen Gewichtsklassen angeboten wird. Sie ist innen mit einem wärmenden und außen mit einem wasserabweisend imprägnierten Textil gearbeitet, das kurzzeitigem Niederschlag, keinesfalls aber Dauerregen standhält.
Gut gerüstet gegen Nässe und schlechte Sichtverhältnisse
Wenn die Arbeit einen zuverlässigen und dauerhaften Nässeschutz fordert, geht kein Weg an einer Wetterschutzkleidung vorbei. Eine für den beruflichen Einsatz geeignete Nässeschutzkleidung sollte nach der europäischen Norm EN 343 zertifiziert sein, welche sowohl Wasserfestigkeit als auch Atmungsaktivität fordert. Mit dieser Kombination soll sichergestellt werden, dass Menschen auch bei körperlich anstrengender Arbeit nicht im eigenen Saft schmoren und der durch Schwitzen entstehende Wasserdampf entweichen kann.
Kommen bei der Arbeit im Freien außerdem Risiken durch fließenden Verkehr hinzu, kann das Tragen von Wetterschutzkleidung in Warnausführung (ISO 20471) notwendig sein. Aber Achtung: Die Wirkung der Schutzkleidung kann bei nicht sachgemäßer Pflege in der häuslichen Waschmaschine leiden. Um dieses Risiko auszuschließen, ist die Beauftragung eines Textilservice-Unternehmens der sicherere Weg.
Warmer Kopf, warmer Körper, warme Füße
Wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum liegen, empfiehlt sich eine nach DIN EN 14058 zertifizierte Kleidung zum Schutz gegen kühle Umgebungen. Mit synthetischem Vlies gefütterte, nässeabweisende Jacken sorgen für die notwendige Wärme. Ob es tatsächlich eine der Norm entsprechende Schutzkleidung sein muss, entscheidet sich letztendlich über die im Unternehmen durchzuführende Gefährdungsbeurteilung. So reicht mitunter eine Thermostepp-Jacke, um die Wohlfühltemperatur des Körpers zu erhalten.
Wie auch immer die Wahl der Kleidung ausfällt, sollte auch auf Details geachtet werden. So wird Berufskleidung in der Dunkelheit besser wahrgenommen, wenn Reflexelemente aufgebracht sind. Sie strahlen Scheinwerferlicht zurück und machen dadurch Personen besser erkennbar. Auch enganliegende Ärmelabschlüsse oder Daumenlöcher sowie hochschließende Kragen sind sinnvoll, weil sie das Eindringen von Wind und Kälte vermindern. Kapuzen sollten ebenfalls vorhanden sein, um den Kopf gegen Nässe und Wind zu schützen.
Und wem das nicht reicht, kann eine zusätzliche Kopfbedeckung wie etwa eine moderne Beanie-Mütze tragen. Aber nicht nur der Kopf hat im Winter ein Anrecht auf Wärme und Schutz – auch die Füße mit Sicherheitsschuhen, deren profilierte Sohlen auch bei eisigen Temperaturen rutschhemmend sind und gegen Kälte isolieren. Das Außenmaterial muss zudem das Eindringen von Matsch, Schnee oder Regen in die Sicherheitsstiefel verhindern und sollte atmungsaktiv sein.