Grünen-Fraktionschef hält Absage Wowereits für unglaubwürdig Trittin: SPD würde in Berlin als Juniorpartner der Grünen regieren

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, hält die Absage des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) an eine Juniorpartnerschaft mit den Grünen für unglaubwürdig. "Das ist doch das Pfeifen im Walde", sagte Trittin dem "Tagesspiegel am Sonntag".

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Trittin: SPD würde in Berlin als Juniorpartner der Grünen regieren

Berlin (dapd). Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, hält die Absage des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) an eine Juniorpartnerschaft mit den Grünen für unglaubwürdig. "Das ist doch das Pfeifen im Walde", sagte Trittin dem "Tagesspiegel am Sonntag". Wowereit hatte erklärt, es sei ausgeschlossen, dass die SPD in anderen Landesregierungen als in Baden-Württemberg zum Juniorpartner der Grünen werde. Bei den Umfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September liegen SPD und Grüne ungefähr gleichauf. Die Stadt wird seit 2002 von einer rot-roten Koalition regiert.

Im Falle eines Wahlsiegs der Grünen bei der Abgeordnetenhauswahl im September würden "die Berliner Sozis auf Wowi pfeifen und lieber mit den Grünen regieren, als fern aller Posten hilflos zu opponieren", zeigte sich Trittin überzeugt. Seine Ko-Fraktionsvorsitzende Renate Künast habe als Berliner Spitzenkandidatin der Grünen "gute Chancen", Wowereit abzulösen.

Scharf attackierte Trittin Wowereit auch wegen dessen Warnung, wonach die energetische Sanierung von Gebäuden nicht Geringverdiener und sozial Schwache treffen dürfe. "Hier in Berlin haben SPD-Politiker in Wohnungsbaugesellschaften gepfuscht und notwendige Sanierungen hinausgeschoben." Seine Partei werde es der SPD nicht durchgehen lassen, "die eigene Schlamperei der energetischen Gebäudesanierung anzulasten".

dapd