"Wer den Umstieg nicht gestaltet, überlässt das Feld den apokalyptischen Warnern vor Blackouts" Trittin hält Einigung beim Atomausstieg für möglich

Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin sieht Chancen für eine Einigung mit der Bundesregierung beim Atomausstieg. "Ich habe Signale - sowohl vom Umweltminister als auch von der Kanzlerin - dass sie für Veränderungen offen sind", sagte Trittin dem Düsseldorfer "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht.

Foto: dapd

Trittin hält Einigung beim Atomausstieg für möglich

Düsseldorf (dapd). Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin sieht Chancen für eine Einigung mit der Bundesregierung beim Atomausstieg. "Ich habe Signale - sowohl vom Umweltminister als auch von der Kanzlerin - dass sie für Veränderungen offen sind", sagte Trittin dem Düsseldorfer "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Die Grünen würden zur Rücknahme der von der Regierung im vergangenen Herbst durchgesetzten Laufzeitverlängerung ebenso wenig Nein sagen, wie zur endgültigen Abschaltung der sieben ältesten Kernkraftwerke und des Reaktors in Krümmel.

Allerdings verlangte Trittin weiteres Entgegenkommen der Regierung. So forderte er, die Senkung der Sicherheitsstandards von 2010 wieder rückgängig zu machen. Bei der Endlagersuche dürfe die Regierung "keine Fakten schaffen". Anderenfalls wollten die Grünen, falls sie 2013 an die Regierung kämen, das Energiepaket wieder aufschnüren. "Ich kann mir eine grüne Regierungsbeteiligung nicht vorstellen, ohne für AKW zwingend den aktuellen Stand der Technik bei der Sicherheit vorzuschreiben", sagte Trittin.

Zudem warf er der Regierung Versagen beim Einstieg in die Ära der erneuerbaren Energieträger vor. "Wer den Umstieg nicht gestaltet, überlässt das Feld den apokalyptischen Warnern vor Blackouts", sagte Trittin. Außerdem kritisierte er die Benachteiligung der Windkraftanlagen an Land, das "unambitionierte Ziel", nur 35 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren gewinnen zu wollen, und den Vorrang für Kohlekraftwerke statt Gaskraftwerke beim Ersatz von Atomkraftwerken.

dapd