Fortsetzung der positiven Entwicklung erwartet - Kritik vom Mieterbund Trendwende beim Wohnungsbau geschafft

Der deutsche Wohnungsbau hat sein Tief überwunden. Im Jahr 2010 wurden knapp 160.000 Wohnungen fertiggestellt, das waren 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Für das laufende Jahr erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Der Deutsche Mieterbund nannte die vorgelegten Zahlen jedoch enttäuschend.

Trendwende beim Wohnungsbau geschafft

Berlin (dapd). Der deutsche Wohnungsbau hat sein Tief überwunden. Im Jahr 2010 wurden knapp 160.000 Wohnungen fertiggestellt, das waren 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Für das laufende Jahr erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Der Deutsche Mieterbund nannte die vorgelegten Zahlen jedoch enttäuschend.

In neu errichteten Wohngebäuden wurden nach Angaben des Wiesbadener Bundesamts 2010 etwa 140.000 Wohnungen fertiggestellt, das waren 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei nahmen die Fertigstellungen von Wohnungen in Einfamilienhäusern um 2,7 Prozent zu, die von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern um 3,0 Prozent. 2009 waren so wenig neue Wohnungen gebaut worden wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Die Wohnungsbauumsätze stiegen laut dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie im April um 4,5 Prozent, die Auftragseingänge um 18,7 Prozent. Damit ergibt sich für die ersten vier Monate des Jahres ein Umsatzplus von 27 Prozent und ein Auftragsplus von 25,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Baugenehmigungen entwickelten sich positiv, erklärte der Hauptverband. Sowohl die Zahl der genehmigten Wohnungen im Neu- und Umbau als auch die veranschlagten Baukosten im Neubau legten demnach überproportional zu.

Der Deutsche Mieterbund kritisierte, dass sich die Neubauzahlen auf einem historischen Tiefstand bewegten, dem niedrigsten Niveau seit 50 Jahren. Der Mieterbund forderte eine verstärkte Förderung von Neubauten wie steuerliche Anreize. Insbesondere in Ballungszentren führten ein unzureichendes Wohnungsangebot und eine steigende Nachfrage zu stark steigenden Mieten. Hier sei ein Wohnungsneubau unverzichtbar, zusätzlich seien geänderte Rechtsvorschriften wie Obergrenzen für maximal zulässige Neuvertragsmieten nötig.

Forderung nach stabilem Investitionsrahmen

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen erwartet für 2011 einen Anstieg der Investitionen in den Neubau um 16,2 Prozent. 2010 habe die Neubautätigkeit noch auf niedrigem Niveau verharrt. Inzwischen gehe rund ein Drittel der vom GdW vertretenen Unternehmen von einer besseren Entwicklung aus, knapp die Hälfte rechne mit einer stabilen Entwicklung, erklärte der GdW am Dienstag in Berlin.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) forderte zur Belebung des Wohnungsneubaus einen stabilen Investitionsrahmen für die Branche. Dabei müssten die Grenzen der sozialen Belastbarkeit beachtet werden. Als Beispiele nannte der BFW eine weitere Verschärfung der energetischen Anforderungen, die Grundstückspreisentwicklung, technische Anforderungen an Energie-, Brand- und Schallschutz sowie Zusatzanforderungen an altersgerechtes Wohnen, die zu Preissteigerungen beitrügen.

dapd