Mitarbeiterbindung, Kommunikation, Fachkräftesuche Trends in der Personalarbeit

Kurzarbeit, Pleiten, Massenentlassungen: Trotz der Herausforderungen durch die Wirtschaftskrise dürfen Personalexperten im angelaufenen Jahr den übergeordneten Blick nicht verlieren. Findige Unternehmen nutzen laut Personalmanagement-Dienstleister ADP Employer Services GmbH das aktuelle Umfeld, um sich Themen wie Fachkräftemangel und Mitarbeiterbindung zu widmen. ADP skizziert für 2010 fünf Personaltrends.

Trends in der Personalarbeit

Denn: Unternehmen, die in der Personalarbeit schlecht aufgestellt sind, wird das Konjunkturumfeld besonders hart treffen.

Erstens: Gezielter Einsatz verfügbarer Mitarbeiterinformationen

Weder Personalabteilungen noch Mitarbeiter sollten ihren Fokus zu stark auf unkoordinierte Social-Media-Recherchen im Internet lenken. Viele Informationen aus sozialen Netzwerken befriedigen vor allem die menschliche Neugier. Dennoch: Bei strukturiertem Vorgehen lassen sich auch dort schnell detaillierte und hochwertige Informationen finden – und so ein erstes Bild über potenzielle Bewerber gewinnen. Somit stellen soziale Netzwerke eine hilfreiche Vorbereitung für das Bewerbermanagement dar. Spezielle Suchmaschinen und Lösungen helfen Unternehmen und Personalabteilungen, wirklich relevante Fakten aus internen und externen Datenquellen zu erfassen – und die gewonnenen Informationen ohne Medienbrüche in der täglichen Personalarbeit zu nutzen.

Zweitens: Kommunikationsbedarf erkennen und bedienen

Studien zeigen immer wieder, dass Mitarbeiter in Krisenzeiten ein erhöhtes Informationsbedürfnis haben. Unternehmen tun laut ADP gut daran, ihre Mitarbeiter über Abteilungsleiter und Führungskräfte mit Unternehmensnachrichten zu versorgen. Besonders der Mittelstand unterschätzt, wie sehr eine monatliche Ansprache oder E-Mail des Geschäftsführers oder Vorstandes über neue Projekte und Erfolge die Mitarbeiterbindung erhöht, Ängste abbaut und die Motivation fördert.

Drittens: Fachkräftemangel in Wirtschaftsflaute beseitigen

Demografischer Wandel und Fachkräftemangel werden zur Herausforderung. Selbst namhafte Firmen können qualifizierte Mitarbeiter nicht mehr allein durch die Strahlkraft ihres Namens anlocken. Gefragt sind Strategien zur Fachkräftegewinnung. Die eigene Ausbildung des Firmennachwuchses spielt eine ebenso wichtige Rolle wie die Positionierung des Unternehmens zu Themen wie Nachhaltigkeit. Gerade mittelständische Unternehmen bieten oftmals durch ihren Standort und ihre familiäre Atmosphäre die besten Voraussetzungen für Mitarbeiter, denen die Work-Life-Balance immer wichtiger wird. Die Nichtgewinnung von Fachkräften liegt häufig in einem simplen Informationsdefizit. Unternehmen sollten die Wirtschaftsflaute nutzen, um einen soliden Stamm an Fachkräften aufzubauen. Die Ansprüche der Fachkräfte könnten mit dem Anspringen der Wirtschaft deutlich zunehmen. Im Augenblick ist die Rekrutierung von Fachkräften hingegen noch vergleichsweise einfach.

Viertens: Mehr Aufmerksamkeit für den Mitarbeiter als Menschen

In Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten ist es für den Chef oder den Personalverantwortlichen eigentlich ohne Weiteres möglich, bei Hochzeiten, Jubiläen oder Geburten Aufmerksamkeit zu zollen. Jedoch: Viele Mittelständler nutzen nicht einmal ihr Wissen um den Geburtstagstermin. Wichtig: Kleine Aufmerksamkeiten sind durch mehr Geld im Gehalt nicht aufzuwiegen – und binden den Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen. Interesse am Menschen hinter dem Mitarbeiter verstärkt nicht nur das Zugehörigkeitsgefühl. Das Wissen um Hobbys und Interessen kann ebenso bei internen Stellenbesetzungen oder anstehenden Projekten angewandt werden. Kenntnisse über die Mitarbeiter sind theoretisch vorhanden, werden praktisch jedoch nicht genutzt. Unternehmen sollten verstärkt auf standardisierte Prozesse setzen, mit denen sich die Informationen managen lassen.

Fünftens: Fortbildungen individueller auf Posten und Aufgaben abstimmen

Unternehmen müssen Weiterbildungen künftig sinnvoller und passgenauer einsetzen. Denn so ADP: Einerseits investieren Firmen aktuell rund 27 Milliarden Euro pro Jahr in die Aus- und Fortbildung ihrer Angestellten, was rund 1.000 Euro pro Mitarbeiter entspricht. Andererseits gehen in Deutschland jährlich rund 4,5 Milliarden Euro Umsatz durch fehlende Fortbildung verloren – weil es beispielsweise an effektivem Informationsmanagement mangelt. Wenn Betriebe ihre Mitarbeiter nicht richtig qualifizieren, entsteht eine Kluft zwischen Bedarf und Bedarfsdeckung. Durch den geschickten Einsatz von Software lassen sich die Unternehmensanforderungen und die Mitarbeiterfähigkeiten besser erkennen – und Weiterbildungen entsprechend ausrichten.

dhz