Der Tod von Monsignore Karl-Heinz Ducke ist in Thüringen mit Betroffenheit aufgenommen worden. Vertreter von Politik und Kirche bekundeten ihre Trauer über den Tod des katholischen Pfarrers und Bürgerrechtlers, der am Dienstag nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren in Jena verstarb.
Trauer nach Tod von Monsignore Karl-Heinz Ducke
Erfurt (dapd-lth). Der Tod von Monsignore Karl-Heinz Ducke ist in Thüringen mit Betroffenheit aufgenommen worden. Vertreter von Politik und Kirche bekundeten ihre Trauer über den Tod des katholischen Pfarrers und Bürgerrechtlers, der am Dienstag nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren in Jena verstarb.
Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) sagte, mit Ducke verliere das Land einen "geachteten und aufrechten Menschen", dessen Wort gehört wurde und der bei den Menschen anerkannt war. Diezel hob dabei insbesondere Duckes Verdienste als Moderator des Zentralen Runden Tisches im Jahr 1989 hervor. In dieser Rolle habe er maßgeblich zum friedlichen Verlauf der Wende in der ehemaligen DDR beigetragen, sagte Diezel.
Ähnlich äußerte sich auch Bodo Ramelow, Vorsitzender der Linksfraktion im Thüringer Landtag. "Karl-Heinz Ducke hat es in der Wendezeit verstanden, Seelsorger für ein ganzes Land zu sein", sagte er. Deshalb müsse der Geistliche als einer der Hauptgestalter der friedlichen Revolution gelten. Ramelow würdigte zudem Duckes Wirken für die Ökumene in den Jahren der Nachwendezeit und seine unverwechselbare Rhetorik. "Kaum ein anderer Geistlicher hat die Kraft des Wortes repräsentiert wie Ducke", sagte Ramelow.
Beim Mitteldeutschen Rundfunk, wo Ducke als Vertreter der katholischen Kirche im Rundfunkrat saß, würdigte man den 69-Jährigen als konstruktiven Ratgeber. "Monsignore Ducke hat den Aufbau und die Entwicklung des MDR von Anfang an aufmerksam und kritisch begleitet, sein Rat war stets gefragt", schrieb MDR-Intendant Udo Reiter in einem Nachruf. Das stets ausgleichende Handeln des Geistlichen habe zahlreiche wichtige Entscheidungen befördert.
Karl-Heinz Ducke wurde 1941 in Böhmisch Leipa im heutigen Tschechien geboren. Im Jahr 1967 erhielt er die Weihe zum katholischen Priester. In der Wendezeit übernahm Ducke als einer von drei Moderatoren die Leitung des Zentralen Runden Tisches über die Reformdiskussion der unterschiedlichen Parteien und Gruppen der DDR. Bereits 1988 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel "Monsignore".
dapd
