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Verkehrssicherheit im Betrieb Transportunfälle: Gabelstapler und Hubwagen gefährlich

Quetschen, stürzen und kippen: Immer noch passieren jedes Jahr über 30.000 Arbeitsunfälle mit Gabelstaplern und Hubwagen. Oft unterschätzen die Beteiligten, wie eingeschränkt das Sichtfeld des Staplerfahrers ist. Ein Erklärfilm soll Abhilfe schaffen.

218.213 Unfälle auf Transportwegen im Betrieb oder in deren Umfeld zählte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) im Jahr 2016. Fast 85.000 Unfälle davon passierten beim Lagern oder Be- und Entladen, fast 34.000 davon im Zusammenhang mit Flurfördermitteln und Materialtransportwagen. Damit gehen 15,5 Prozent der innerbetrieblichen Transportunfälle auf Situationen zurück, an denen Stapler, Gabelhubwagen, Sackkarren oder Schubkarren beteiligt sind.

Die Zahlen beweisen: Der Umgang mit Gabelstaplern und Co. birgt erhebliche Gefahren, für den Fahrer selbst, vor allem aber auch für die Umgebung. In 44 Prozent der Fälle fährt der Stapler eine zweite Person an, quetscht sie ein oder überfährt sie sogar. Der Grund: Staplerfahrer haben ein eingeschränktes Sichtfeld, oft arbeiten sie unter Zeitdruck und die Umgebung geht davon aus, dass der Fahrer sie ebenso gut sehen kann, wie sie ihn.

Was Fahrer von Gabelstaplern sehen

Um allen Beteiligten zu verdeutlichen, wie Staplerfahrer ihr Umfeld wahrnehmen, hat die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) jetzt einen Erklärfilm veröffentlicht, der verdeutlicht, wie viel beziehungsweise wie wenig der Staplerfahrer sieht und wie alle Beteiligten sich verhalten können, um Unfälle zu vermeiden.

Wo die Ursachen für Unfälle mit Gabelstaplern liegen, hat die Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) ausgewertet. Beschäftigte werden vom

  1. rückwärts fahrenden Gabelstapler angefahren oder überrollt,
  2. von kippender oder rollender Last getroffen,
  3. stürzen während der Verladung von der Ladefläche oder
  4. stürzen von einer ungeeigneten Arbeitsbühne ab.
  5. Fahrer werden vom seitlich kippenden Gabelstapler erfasst und gequetscht.
  6. Beschäftigte werden vom Gabelstapler während der Vorwärtsfahrt erfasst und überrollt.

Unfälle mit der Ameise

Aber auch mit kleineren, handgeführten Flurförderfahrzeugen, ereignen sich zahlreiche Unfälle. Zu der Gruppe zählen Schub-, Sack- und Handkarren, Rollbehälter, Förder-, Roll-, Gepäck- sowie Handgabelhubwagen. Meist verletzen sich die Betroffenen an Knöchel und Fuß (44 Prozent), bei 12 Prozent sind auch Knie und Unterschenkel betroffen. Mehr als die Hälfte hat Prellungen und Zerrungen oder Verstauchungen, aber auch Brüche.

Unfallursachen sind hier:

  • Beschäftigte quetschen ihre Füße oder überfahren sie mit schwerer Last
  • der Fahrzeugführer gerät beim Rangieren zwischen den Wagen und ein festes Hindernis (Wand, Pfeiler, Regal)
  • Beschäftigte beladen die Geräte falsch, fahren mit hochgestellter Gabel oder nehmen eine Kurve zu schnell: infolgedessen stürzt die Ladung um und verletzt den Fahrzeugführer oder andere Personen
  • Zusammenstöße mit anderen Personen oder einem weiteren Flurförderzeug
  • der Fahrer stürzt samt Fahrzeug von einer Rampenkante

Arbeitsunfälle im Versicherungsrecht

Arbeits- und Wegeunfälle sind in der allgemeinen Unfallversicherung meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen führen. Auch Wegeunfälle auf dem Weg hin und zurück zur Arbeit gelten als Arbeitsunfälle, weil sie im Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit stehen. bst

Dieser Artikel wurde am 13. August 2018 aktualisiert.

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