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Verkehrssicherheit im Betrieb Transportunfälle: Gabelstapler und Hubwagen am gefährlichsten

Quetschen, stürzen und kippen: Rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle passiert, weil Arbeitende auf ihren Transportwegen im Betrieb Sicherheitsregeln nicht einhalten. Am unfallträchtigsten ist der Umgang mit Gabelstapler und Co. Doch Unglücke lassen sich vermeiden.

214.490 Unfälle auf Transportwegen im Betrieb oder in deren Umfeld zählte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) im Jahr 2014. Rund jeder vierte Arbeitsunfall ereignet sich damit auf Transportwegen.

Am häufigsten (31.064) sind dabei Flurförderzeuge, also Gabelstapler und Hubwagen im Spiel, gefolgt von Last- und Personenkraftwagen (24.059). Dazu kommen mehr als 185.000 Unfälle auf dem Weg von und zur Arbeit, rund 106.000 davon im Straßenverkehr und 20.000 Dienstwegeunfälle.

Mehr meldepflichtige Arbeitsunfälle

Insgesamt kam es im vergangenen Jahr in der gewerblichen Wirtschaft und im öffentlichen Sektor zu 880.326 meldepflichtigen Arbeitsunfällen, knapp 6.000 mehr als im Vorjahr.

Während die Zahl der Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder von dort nach Hause um fast 7 Prozent auf 172.950 Unfälle zurückging, nahmen die tödlichen Arbeitsunfälle zu. 473 Menschen verunglückten tödlich bei der Arbeit, 322 kamen bei einem Wegeunfall ums Leben.

Wo die Ursachen für Unfälle mit Gabelstaplern liegen, hat die Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) ausgewertet. Beschäftigte werden vom

  1. rückwärts fahrenden Gabelstapler angefahren oder überrollt,
  2. von kippender oder rollender Last getroffen,
  3. stürzen während der Verladung von der Ladefläche oder
  4. stürzen von einer ungeeigneten Arbeitsbühne ab.
  5. Fahrer werden vom seitlich kippenden Gabelstapler erfasst und gequetscht.
  6. Beschäftigte werden vom Gabelstapler während der Vorwärtsfahrt erfasst und überrollt.

Urache für die Unfälle sind meist das Fehlverhalten des Fahrers und eine mangelhafte betriebliche Organisation.

Sicherheit bei Ameise und Co.

Auch kleinere „Flurförderfahrzeuge“ wie Ameise oder Schildkröte sind gefährlicher, als der erste Eindruck Glauben macht.

  • Regelmäßig quetschen sich Beschäftigte ihre Füße oder überfahren sie mit schwerer Last.
  • Für den Fahrzeugführer besteht die Gefahr, beim Rangieren zwischen dem Wagen und einem festen Hindernis wie einer Wand, einem Pfeiler oder einem Regal eingeklemmt zu werden.
  • Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil die Beschäftigten die Geräte falsch beladen, mit hochgestellter Gabel fahren oder eine Kurve zu schnell nehmen. Häufige Folge: Die Ladung stürzt um und verletzte und den Fahrzeugführer oder andere Personen.
  • Auch Zusammenstöße mit anderen Personen oder einem weiteren Flurförderzeug sind nicht selten.
  • Es ist auch schon vorgekommen, dass Fahrer samt Fahrzeug von der Rampenkante abgestürzt sind.

Arbeitsunfälle im Versicherungsrecht

Arbeits- und Wegeunfälle sind in der allgemeinen Unfallversicherung meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tode führen.

Arbeitsunfälle sind die Unfälle, die versicherte Personen infolge der versicherten Tätigkeit erleiden. Unfälle sind nach Definition der Versicherungen ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden führt. bst

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