Nach dem unverschuldeten Debakel durch fehlerhafte Rußpartikelfiltersysteme geht das Kraftfahrzeuggewerbe weiter in die Offensive. Der nachträgliche Einbau derartiger Systeme in Pkw, Transporter und leichte Nutzfahrzeuge sei die technische Lösung, um Fahrverbote in innerstädtischen Umweltzonen zu umgehen.
Transporter werden "grüne Autos"
Nach Schätzungen des Kfz-Verbandes sei von den insgesamt etwa 1,6 Millionen Transportern derzeit die Hälfte den Abgasnormen Euro 2 und Euro 1 zuzuordnen. Dies sei die von Fahrverboten bedrohte Zielgruppe. Denn dem jetzigen "Fahrplan der bundesweiten Umweltzonen" zufolge könnten bereits in 15 Monaten Fahrzeuge mit der roten Plakette ausgesperrt werden. Gleiches drohe mit regionalen Unterschieden für Fahrzeuge mit gelben Plaketten.
Etwa 36 Prozent der Transporter könnten laut Kfz-Gewerbe durch diesen nachträglichen Einbau mit Dieselfiltern zu "grünen Autos" der Abgasnorm Euro 4 werden. Für die Transporter gehe man davon aus, dass die Kosten der Umrüstung mit einem Rußpartikelfiltersystem für die Pkw-baugleichen Fahrzeuge auf "dem bekannten Niveau um 600 bis 700 Euro" lägen, in Einzelfällen auch darüber.
Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kfz-Gewerbes, sagte in einem gemeinsamen Pressegespräch mit ZDH-Präsident Otto Kentzler in Düsseldorf, die Transporter-Offensive sei ein "in engem Schulterschluss mit Handwerk und Mittelstand“ gestartetes Projekt. Mit Blick auf die neuen Umweltzonen in Frankfurt, München und in neun Städten des Ruhrgebietes forderte Rademacher von den Kommunen "Ausnahmen mit Augenmaß". Hierbei müsse man vor allem auch die große Gruppe der sogenannten Stehfahrzeuge berücksichtigen, die nur eine kurze Fahrtstrecke zum Kunden oder Auftragsort zurücklegten. Kunden müssten die Betriebe unverändert anfahren können.
Durch die seit 1. Oktober eingerichteten weiteren elf und für 2009 insgesamt 17 angekündigten Umweltzonen sei das Kfz-Gewerbe "im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie" besonders gefordert. Man konzentriere sich mit dem neuen Projekt auf die Nachrüstung für Pkw und leichte Transporter bis 3,5 Tonnen. Für diese Fahrzeuggruppe werde der Markt bis Jahresende ein "etwa 80-prozentiges Angebot von Filtersystemen" vorhalten. Bis zu diesem Termin werde es eine internetgestützte Datenbank geben, in der Handwerker eine Übersicht über alle am Markt verfügbaren Möglichkeiten der Nachrüstung mit Dieselpartikelfiltern finden können.
dhz