IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Transporter auf dem Laufsteg

Zur IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zeigen Automobilhersteller ihre Innovationen. Insgesamt gibt es 258 Weltpremieren. Man darf gespannt sein, was sich die Industrie gegen die hohen Spritkosten einfallen ließ. Von Uli Steudel

Transporter auf dem Laufsteg

Die Hersteller von Nutzfahrzeugen stehen vor großen Herausforderungen. Angesichts steigender Kraftstoffpreise suchen nicht nur Spediteure, sondern auch Handwerksunternehmer nach effizienten Transportlösungen. Die diesjährige Internationale Automobilausstellung (IAA) vom 25. September bis zum 2. Oktober in Hannover bietet da die geeignete Plattform, sich über die neuesten technischen Innovationen zu informieren. Angekündigt haben sich insgesamt 2.066 Aussteller aus 48 Ländern, die eine Fläche von rund 275.000 m2 belegen. Das wären zehn Prozent mehr als beim Rekord zur letzten IAA Nutzfahrzeuge vor zwei Jahren. Insgesamt gibt es 258 Welt-, 103 Europa- und 82 Deutschlandpremieren.

Citroën

Citroën kündigt die breiteste Nutzfahrzeugpalette seiner Geschichte an. Erstmals auf einer deutschen Messe zeigt sich der neue Berlingo den Besuchern, der mit bivalentem Antrieb (Benzin und Autogas) im Angebot ist. Der kleine Nemo – mit 116 g/km der Kleintransporter mit dem geringsten CO2-Ausstoß – wird in einer Variante als Schornsteinfeger-Betriebsfahrzeug ausgestellt. Weitere Sonderaufbauten und Branchenlösungen demonstriert Citroën am Beispiel des Jumper.

Daimler

Erstmals zu sehen sind die neuen Baufahrzeuge des Mercedes-Benz Actros. Neben zahlreichen anderen Details bietet Daimler den Actros Bau mit einer neuen Kippbrücke von Meiller und einer Ausführung als Straßenfertiger, beides ab Werk lieferbar. Ihre Europapremiere feiert die Studie des Mitsubishi Fuso Canter Eco-D, die einen Blick in die Zukunft des leichten Kippers ermöglicht. Der umweltschonende Hybridantrieb läuft in Großbritannien schon im Testbetrieb. Für Transporterkäufer, die auf die Kostenbremse treten wollen, wird der Mercedes-Benz Sprinter NGT ausgestellt, der dank Erdgasantrieb und Start-Stopp-Funktion Umwelt und Geldbeutel schont.

Fiat

Fiat Professionell zeigt seine komplett erneuerte Nutzfahrzeugpalette, richtet den Fokus jedoch auf besonders umweltfreundliche Modelle. So feiern die Natural-Power-Versionen des neuen Ducato und Fiorino ihre Premiere. Im Erdgasantrieb sieht Fiat die momentan geeignetste Lösung, um die Luftverschmutzung in Städten zu reduzieren. Trotzdem arbeitet man auch an einem Elektrofahrzeug. So entstand in Kooperation mit dem Spezialisten Micro-Vett der Fiorino Electric, der bei einer Reichweite von 100 km als ideales Null-Emission-Fahrzeug für belastete Innenstädte gilt. Es beschleunigt in 6,4 Sekunden von 0 auf 50 km/h bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und soll Ende des Jahres zu haben sein.

Nissan

Zurück zu den Wurzeln sagt sich Nissan und lässt mit dem NP 300 den Ur-Pick-up wieder aufleben. Während der Navara eher freizeitorientiert daherkommt, visiert der NP 300 Gewerbekunden an. Neu ist deshalb das Fahrgestell, das Sonderaufbauten wie einen Drei-Seiten-Kipper oder Werkstattkoffer ermöglicht. Außerdem zeigt Nissan Studien einer Hybridversion des Cabstar, bei dem ein Diesel- mit einem Elektromotor gekoppelt ist, sowie den NV 200, einen multifunktionalen Van, dessen Laderaum sich im Stand nach hinten ausfahren lässt.

Ford

Eine Weltpremiere feiert Ford mit der zweiten Generation des Fiesta Van, der ab Anfang 2009 zu haben sein wird. Als weiteren Blickfänger zeigt Ford die Sportvarianten von Transit, Transit Connect und Tourneo Connect. Mit ihrer indianapolisblauen Metalliclackierung und zwei weißen GT-Streifen sind die Fahrzeuge besonders bei Handwerkern gefragt, die sich mit ihren Transportern aus der Masse hervorheben wollen. Außerdem wird der Transit AWD vorgestellt, bei dem das Fahrzeug je nach Traktion zwischen Heck- und Allradantrieb wechselt, ohne dass der Fahrer aktiv werden muss.

Opel

Die Rüsselsheimer Autobauer betonen die hohe Nutzlast ihrer Fahrzeuge. Als Beispiel zeigt Opel den Movano mit besonders leichten Kofferaufbauten der Firmen Ewers und Ehrhardt. Das geringe Gewicht bringt einen Nutzlastvorteil. Außerdem wurde in Zusammenarbeit mit der TS Gesellschaft für Transport und Sicherungssysteme ein Ladungssicherungssystem für Kastenwagen entwickelt, das auf einer Netzkonstruktion basiert.

Als besonders umweltfreundliches Auto stellt Opel den Combo aus, der nach eigenem Bekunden den niedrigsten CO2-Ausstoß im Segment bietet. Ganz vorn liegt das Erdgasmodell 1.6CNG mit 133 g/km.

Peugeot

Speziell für die Baustelle rüstet Peugeot seine beiden Lieferwagen Bipper und Partner aus. Größere Reifen, mehr Bodenfreiheit und ein Prallschutz zum Schutz des Motorraums sollen die Transporter für den robusten Einsatz fit machen. Dem Ziel dient auch die Kooperation mit dem elsässischen Fahrwerkspezialisten Dangel, der den Expert mit Allradantrieb in drei verschiedenen Ausbaustufen mit Allradantrieb ausrüstet.

Renault

Mit speziellen Branchenlösungen und Sonderaufbauten an den etablierten Modellen will Renault die Vielseitigkeit seiner Transporterflotte darstellen. Die aus dem alten Kangoo bekannte Leiterklappe wurde nun auch für den neuen Kangoo Rapid umgesetzt und wird auf der IAA zu sehen sein. Auch den kleineren Kangoo Rapid Kompakt gibt es künftig mit der Leiterklappe.

Volkswagen

Im nächsten Jahr will Volkswagen seinen ersten Pick-up in der 1-t-Klasse an den Start bringen. Wohin die Reise gehen wird, zeigt VW in Halle 12 anhand einer Studie. Dieses Konzeptfahrzeug gibt einen Ausblick auf die vierte Modellreihe von VW Nutzfahrzeuge, die ab Ende 2009 in Argentinien vom Band laufen soll.

Bereits ab diesem Herbst kann der VW Caddy mit Allradantrieb bestellt werden. Laut Hersteller handelt es sich beim Caddy 4Motion um den einzigen Stadtlieferwagen mit Vierradantrieb. Außerdem will VW mit dem Crafter Blue-Motion die Kraftstoff-Einsparpotenziale bei großen Transportern aufzeigen.