Von den steigenden Kaffeepreisen sollen nach dem Willen der Initiative Transfair auch die Produzenten in den Ländern der Dritten Welt etwas haben.
Transfair will steigende Kaffeepreise an Bauern weitergeben
Bonn (dapd). Von den steigenden Kaffeepreisen sollen nach dem Willen der Initiative Transfair auch die Produzenten in den Ländern der Dritten Welt etwas haben. Nach Angaben des Vereins, der in Deutschland das Fairtrade-Siegel für fairen Handel vergibt, sehen die überarbeiteten Standards von Fairtrade International (FLO) neben der Anhebung des Mindestpreises und der erhöhten Fairtrade-Prämie verstärkt Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen vor. Kaffee ist laut Transfair traditionell das wichtigste Fairtrade-Produkt.
Wie Transfair am Dienstag auf seiner Jahrespressekonferenz in Bonn mitteilte, stieg der Umsatz mit Produkten mit Fairtrade-Siegel im vergangenen Jahr in Deutschland um 27 Prozent auf rund 340 Millionen Euro. "Mit ihrem Kaufverhalten können sich Menschen in Deutschland aktiv für bessere Lebens- und Umweltbedingungen in den Ländern des Südens einsetzen", sagte Transfair-Vorstand Heinz Fuchs. In Deutschland bieten mehr als 180 Lizenznehmer in über 30.000 Supermärkten, Bio- und Weltläden sowie 18.000 gastronomische Einrichtungen Fairtrade-Produkte an.
Der Absatz von Fairtrade-Kaffee legte den Angaben zufolge 2010 um 26 Prozent auf über 7.200 Tonnen zu. Neben Kaffee waren besonders Fairtrade-Rosen gefragt: Ihr Absatz wuchs gegenüber 2009 um zehn Prozent. Mit gut 72 Millionen Stielen umfasst ihr Marktanteil rund 2,4 Prozent. Die Nachfrage nach Fairtrade-Fruchtsäften stieg um 18 Prozent auf knapp sieben Millionen Liter. Von Textilien mit Fairtrade-Siegel wurden 2010 2,6 Millionen Stück verkauft, ein Plus von 29 Prozent. Auch Wein aus fairem Handel wurde verstärkt nachgefragt: Über eine Million Liter wurden im vergangenen Jahr abgesetzt, das entspricht einem Zuwachs von 61 Prozent.
dapd
