Der Inhalt eines geöffneten Zementsacks wird feucht, ein offener Mehlsack von Schädlingen befallen. Lösen lässt sich das Problem mit dem Tragfix, den Martin Ecker auf der Erfindermesse in Nürnberg vorgestellt hat.
Horst Buchmann

Beim Tragfix handelt es sich um eine Verschlussleiste für Säcke jeder Art, die zudem bequemes und rückenschonendes Tragen erlaubt. Martin Ecker aus Neufahrn/Grüneck hat den Tragfix erfunden und bei der Ausstellung iENA (Ideen, Erfindungen, Neuheiten) im Nürnberger Messezentrum eine „Pro“-Version für den gewerblichen Einsatz vorgestellt.
Diese Weiterentwicklung des patentierten Kunststoff-Verschlusses (Maße: 40 × 5 × 12,5 cm) bietet eine noch breitere Klemmfläche (mehr als 32 cm) und ein dreistufiges Einrastsystem. Damit sei auch das hygienische und luftdichte Verschließen von Säcken mit mehr als 25 oder 30 kg kein Problem mehr, so der 51-jährige Erfinder.
700 Neuheiten aus 36 Ländern
Mit seiner Neuentwicklung befand sich der gelernte Zahntechniker in Nürnberg in bester Gesellschaft: Laut Messechef Henning Könicke kam gut ein Drittel der mehr als 500 Aussteller mit 700 Erfindungen aus dem Handwerk – ein Schnitt, der für alle 36 beteiligten Länder gelte.
Grund genug, dass bei der Messeeröffnung Redner wie Günther Schmitz, Vizepräsident des Deutschen Patent- und Markenamtes, mehr staatliche Förderung für Erfinder und wirksameren Schutz des geistigen Eigentums forderten.
Ob ein pneumatischer Ständer für Motorräder, ein neuartiges Holzverbund-Rohr oder ein origineller Biereinschenkautomat – 8.000 Besucher bestaunten an vier Messetagen die Neuheiten der Tüftler aus aller Herren Länder.
Vertriebspartner gefunden
Martin Ecker war dabei schon einen Schritt weiter als andere: Er hat 2015 mit Jörn Malinowski und der „Speed Promotion GmbH“ in Löhne bereits einen Vertriebspartner für seine Neuheit gefunden, an der er seit 2005 tüftelt.
Ecker entwickelte den Tragfix, von dessen erster Version er 90.000 Stück verkauft hat, als Einzelkämpfer. Der kreative Allroundkönner schulte nach Lehre und Tätigkeit als Zahntechniker zum Dachspengler um, war später als Gastronom in Phuket (Thailand) und als Fliesenleger tätig und seit 1989 im Raum München selbstständig im Bereich Bautenschutz.
Künftig will er sich ganz auf die Vermarktung und Verbesserung des „Tragfix“ konzentrieren, den die Berufsgenossenschaften wegen seines Tragekomforts empfehlen. Und der bereits einen Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistung sowie Goldmedaillen auf Erfindermessen in Genf und Pittsburgh erhielt.
Gute Marktchancen
Eine Marktanalyse bezifferte die Absatzchancen allein für Deutschland auf 30 Millionen Stück. Denn die Einsatzmöglichkeiten sind riesig: von Säcken für das Baugewerbe (Gips, Fugenmasse) oder Bäckerhandwerk (Mehl, Backmischungen) über Gastronomie (Gewürze, Kaffee) bis zu Privatleuten (Tierfutter, Grillkohle).
Im Einzelhandel soll die unverbindliche Preisempfehlung für den „Tragfix Pro“ bei 15,90 Euro liegen, beim Verkauf an Gewerbetreibende gestaltet sich der Preis nach Menge und Sonderwünschen (Firmenaufdruck, Sonderfarbe etc.). Ein Spritzgusshersteller in Deutschland stellt die Verschluss- und Trageleisten her. Niederbayer Martin Ecker, dem die Befriedigung eigener handwerklicher Tätigkeit schon jetzt etwas fehlt, würde auf das Qualitätssiegel „made in Germany“ auf keinen Fall verzichten.