Blaulicht Tödlicher Arbeitsunfall in Gerberei: Ursache geklärt

Eine Woche nach dem Unglück in einer hessischen Lederfabrik liegt das Obduktionsergebnis vor: Nicht Kohlenmonoxid, sondern ein Gas mit dem Geruch fauler Eier hat die vier Männer getötet.

Zunächst gingen die Behörden von einer Kohlenmonoxidvergiftung aus. Nun zeigen die Obduktionen bei drei der vier Toten: Hauptursache war eine Schwefelwasserstoff-Vergiftung.

Eine Woche nach dem tödlichen Arbeitsunfall in einer Lederfabrik im hessischen Runkel steht die Todesursache fest. Die Obduktionen bei drei der vier Verstorbenen hätten ergeben, dass eine Schwefelwasserstoff-Vergiftung "hauptursächlich" für den Tod gewesen sei, teilten die Staatsanwaltschaft Limburg und die Polizei mit. 

Es seien aber weitere Untersuchungen notwendig. Eine forensisch-toxikologische Untersuchung wurde demnach in Auftrag gegeben. Auch die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern den Angaben nach an. Die Behörden waren zunächst davon ausgegangen, dass eine Kohlenmonoxidvergiftung den Tod der Männer verursacht hatte.

Geruch nach faulen Eiern

Schwefelwasserstoff ist ein äußerst giftiges Gas, das einen charakteristischen Geruch nach faulen Eiern aufweist. Bei höheren Konzentrationen setzt beim Menschen jedoch die Geruchswarnung aus, wie es in der sogenannten Gestis-Stoffdatenbank des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung heißt. Demnach hat das Gas lebensbedrohliche Wirkungen auf Nerven- und Herz-Kreislaufsystem und führt zu Schädigungen im Atemtrakt

Vier Todesopfer nach Arbeitsunfall

Rettungskräfte hatten am vergangenen Donnerstag (16. April) insgesamt fünf Männer aus einer Grube auf dem Gelände der Lederfabrik geholt. Drei von ihnen im Alter von 38, 58 und 59 Jahren starben vor Ort, die beiden anderen wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Einer von ihnen, ein 35 Jahre alter weiterer Mitarbeiter des Betriebs, war am Mittwoch im Krankenhaus an den Folgen des Unglücks gestorbendpa/avs