Egal ob Mädchen oder Jungs, am 26. April 2012 versuchen Unternehmen den Nachwuchs für sich zu gewinnen. Ziel ist es gerade bei dem Geschlecht, welches sich selten für einen bestimmten Beruf bewirbt, Interesse zu wecken. Damit Ihre spannenden Aktionen auch gelingen, hier noch einige Tipps.
Christina Geimer
Wie sieht es eigentlich unter der Motorhaube aus? Diese Frage stellen sich viel häufiger Jungs als Mädchen. Deswegen laden bundesweit Kfz-Betriebe zum Zukunftstag für Mädchen ein. Die Schülerinnen können den Arbeitsalltag in den Unternehmen kennenlernen und entscheiden sich vielleicht einmal für eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin.
Nicht nur die Autowerkstätten beteiligen sich am Girls'Day, sondern bundesweit laden Unternehmen mit einem geringen Anteil an weiblichen Bewerbern ein. Denn sie wollen den Mädchen frühzeitig zeigen, dass klassische Männerberufe auch für Frauen interessant sein können. Im vergangenen Jahr öffneten 9.800 Unternehmen ihre Tore und 125.000 Mädchen kamen vorbei. Seit einem Jahr gibt es auch einen Boys'Day. Diesmal mit 4.500 Veranstaltern.
Die Unternehmen bieten den Schülern die Gelegenheit fünf bis sieben Stunden hinter die Kulissen ihres Geschäfts zu schauen. Mädchen und Jungs ab zehn Jahren sind abgesprochen. Bei der Organisation eines Girls oder Boys'Day im eigenen Unternehmen, helfen folgende Tipps.
In der Checkliste (PDF) zum Girls'Day vom ZDH finden Betriebe, wie sie selbst eine Informationsveranstaltung zur Nachwuchsgewinnung aufbauen können.
Die besten Tipps
Ausprobieren lassen: Damit die Schüler sich in einen Beruf hinein fühlen können, sollte ein Betrieb sie einzelnen Arbeitsschritte nachmachen lassen. Gut eignen sich Aufgaben, die auch Azubis zu Beginn übernehmen.
Vorbilder geben: Als Ansprechpartner für die Schüler eignen sich Frauen oder gut integrierte Migranten im eigenen Betrieb. Mit ihnen können sich Mädchen oder Kinder mit Migrationshintergrund besser identifizieren.
Abwechslung bieten: Mehrere Aufgabenteile an verschiedenen Arbeitsplätzen macht die Arbeit interessanter.
Sinn geben: Den Sinn einer Arbeit zu verstehen, ist für die Motivation entscheidend. Erklärungen, die an die Alltagswelt der Schüler anknüpfen sind leichter verständlich.
Teams bilden: Idealerweise lädt ein Betrieb mehrere Schüler ein und lässt sie in Kleingruppen Aufgaben erfüllen. Auch gemeinsame Pausen machen eine gute Stimmung. Dafür sollte ein Unternehmen Getränke und ein Mittagessen vorbereiten.
Sicherheit geht vor: Alle Mitarbeiter müssen klar über die Sicherheitsvorschriften für die Schüler informiert sein. Der Betrieb trägt bei seiner Veranstaltung die Aufsichtspflicht. Gegebenenfalls, muss Schutzkleidung in ausreichendem Umfang und in der richtigen Größe für die Schüler bereit stehen.
In Erinnerung bleiben: Ein kleines Geschenk ist persönlicher als nur ein Informationsflyer. Schüler sind beispielsweise stolz, wenn sie im Betrieb selber etwas herstellen können. Vielleicht können sie das am Abend als Erinnerungsgeschenk mit nach Hause nehmen.
Dran bleiben: Unternehmen können interessierten Schülern ein Schnupperpraktikum anbieten.
Offen sein: Bekannter wird das Unternehmen als Ausbilder, wenn die Lokalzeitung über die Aktion berichtet. Dafür muss die örtliche Presse rechtzeitig eingeladen und vorbereitet empfangen werden. Tipps für die Pressearbeit gibt es auf www.neue-wege-fuer-jungs.de .
Weitere Anregungen können sich Betriebe bei der Auswertung der Veranstaltungen aus dem vergangenen Jahr vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) holen.
