"Es wachsen gesellschaftliche Erwartungen, dass Krankheit nicht sein darf" Thüringer Bischöfe fordern PID-Verbot

Das Bistum Erfurt und die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) fordern ein gesetzliches Verbot von Gentests an Embryonen. "Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) würde bedeuten, Menschen nur unter dem Vorbehalt ihrer künftigen Gesundheit für schützenswert zu erachten", erklärten der Erfurter Bischof Joachim Wanke und EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann.

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Thüringer Bischöfe fordern PID-Verbot

Erfurt (dapd-lth). Das Bistum Erfurt und die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) fordern ein gesetzliches Verbot von Gentests an Embryonen. "Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) würde bedeuten, Menschen nur unter dem Vorbehalt ihrer künftigen Gesundheit für schützenswert zu erachten", erklärten der Erfurter Bischof Joachim Wanke und EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann in einem gemeinsamen Brief an die Thüringer Bundestagsabgeordneten.

Menschliches Leben sei aber uneingeschränkt anerkennenswert. Wer diese Anerkennung verweigere, "errichtet eine moralisch nicht zu begründende Herrschaft der Geborenen über die Ungeborenen". Junkermann und Wanke warnten außerdem vor einem veränderten Menschenbild: "Es wachsen gesellschaftliche Erwartungen, dass Krankheit nicht sein darf, wenn man sie prognostisch vermeiden könnte. Es wächst eine Haltung, die nahelegt, behinderte Menschen abschätzig zu beurteilen."

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass die PID nicht gegen das Embryonenschutzgesetz verstößt, sofern sie zum Ausschluss einer in einer Familie bekannten schwerwiegenden genetischen Störung verwendet wird. Im Bundestag werden derzeit drei verschiedene Gesetzentwürfe zur PID beraten - von der begrenzten Zulassung bis zum kompletten Verbot.

dapd