Rund vier Monate nach der Niederlage bei der Landtagswahl hat die baden-württembergische CDU die Weichen für den Neuanfang gestellt. Bei einem Landesparteitag in Ludwigsburg wählten die Delegierten den Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl zum neuen Landesvorsitzenden der Südwest-CDU. Strobl erhielt 63,5 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen den Landtagsabgeordneten Winfried Mack durch.
Thomas Strobl ist neuer CDU-Landesvorsitzender
Ludwigsburg (dapd). Rund vier Monate nach der Niederlage bei der Landtagswahl hat die baden-württembergische CDU die Weichen für den Neuanfang gestellt. Bei einem Landesparteitag in Ludwigsburg wählten die Delegierten den Bundestagsabgeordneten Thomas Strobl zum neuen Landesvorsitzenden der Südwest-CDU. Strobl erhielt 63,5 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen den Landtagsabgeordneten Winfried Mack durch.
Strobl tritt die Nachfolge von Stefan Mappus an, der in seiner Abschiedsrede die neue grün-rote Landesregierung kritisierte und seine Partei zu Geschlossenheit aufrief. Zu Beginn des Parteitags gedachten die Delegierten der Opfer der Anschläge in Norwegen.
Nach Hans Filbinger, Lothar Späth, Erwin Teufel, Günther Oettinger und Stefan Mappus ist Strobl der sechste Landesvorsitzende der Südwest-CDU. Der 51-jährige Strobl war bislang Generalsekretär der Partei. Der Heilbronner Bundestagsabgeordnete ist Chef der baden-württembergischen CDU-Landesgruppe im Bundestag.
Die Wahl war zugleich ein Novum in der Geschichte der CDU Baden-Württemberg: Zum ersten Mal standen zwei Kandidaten für das Amt zur Wahl. Strobl setzte sich letztendlich mit 63,5 Prozent der Stimmen durch. Das Ergebnis ist eines der schlechtesten, die ein CDU-Landesvorsitzender jemals einfuhr.
Strobl will zunächst auf einen Generalsekretär in der Landes-CDU verzichten. Zu stellvertretenden Landesvorsitzenden wurden Annette Widmann-Mauz, Thorsten Frei und Winfried Mack gewählt.
Der scheidende Landeschef Mappus war sichtlich bewegt, als ihm die Delegierten nach seiner Abschiedsrede stehende Ovationen spendeten. Zuvor hatte er seine Partei dazu aufgerufen, selbstbewusst die neue Rolle in der Opposition anzunehmen. Grün-Rot müsse sich an der guten Bilanz messen lassen, die die CDU nach der knapp 58-jährigen Regierungszeit in Baden-Württemberg hinterlassen habe, sagte er.
Ausschlaggebend für das Wahlergebnis vom 27. März, bei dem die CDU zwar stärkste Kraft wurde, allerdings Grüne und SPD eine Mehrheit errangen, waren laut Mappus die Reaktorkatastrophe in Fukushima, der Streit um "Stuttgart 21" und der aggressive Stil der politischen Gegner im Wahlkampf. Auch den Medien gab Mappus eine Mitschuld.
Mappus warnte davor, die Selbstkritik zu übertreiben. Der Neubeginn dürfe nicht "nicht heißen, dass wir alles über Bord werfen, was diese Partei über Jahre und Jahrzehnte erfolgreich gemacht hat", sagte er. "Es wird noch der Tag kommen, an dem wir sagen: Gott sei Dank ist die CDU bei 'Stuttgart 21' und in der Bildungspolitik standhaft geblieben und nicht umgekippt."
CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel beglückwünschte Strobl und dankte Mappus für seine Verdienste. Nach der verlorenen Landtagswahl hatten zahlreiche Mitglieder die Niederlage auch auf die Kehrtwenden der Bundespartei zurückgeführt. Merkel verteidigte sich indes gegen den Vorwurf, in der Atompolitik und bei der Aussetzung der Wehrpflicht zu schnell umgeschwenkt zu sein.
dapd
