Umstürze in Nordafrika belasten das Geschäft - Probleme in England Thomas Cook tief in den roten Zahlen

Der deutsch-britische Reisekonzern Thomas Cook (Neckermann-Reisen) ist im Winterhalbjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der operative Verlust stieg um mehr als ein Viertel auf umgerechnet 188 Millionen Euro. Vor allem die Krise in den Urlaubsländern in Nordafrika sowie der späte Ostertermin belastete Thomas Cook in den sechs Monaten bis Ende März, wie der Konzern in London mitteilte.

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Thomas Cook tief in den roten Zahlen

London (dapd). Der deutsch-britische Reisekonzern Thomas Cook (Neckermann-Reisen) ist im Winterhalbjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Der operative Verlust stieg um mehr als ein Viertel auf umgerechnet 188 Millionen Euro. Vor allem die Krise in den Urlaubsländern in Nordafrika sowie der späte Ostertermin belastete Thomas Cook in den sechs Monaten bis Ende März, wie der Konzern am Montag in London mitteilte. Der Umsatz stieg nach der Übernahme von Konkurrent Öger Tours um rund 4 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.

Bei Pauschalreiseveranstaltern sind Verluste in der Wintersaison normal: Die Anbieter müssen Vorleistungen für die Sommersaison bezahlen und etwa Hotels oder Flugzeuge sichern. Die Gewinne in der Tourismusindustrie fallen in der Regel im Sommer an. Thomas Cook bezifferte die Belastungen aus den Umstürzen in Tunesien und Ägypten im Gesamtjahr auf umgerechnet 65 Millionen Euro.

Die Reiselust der Bundesbürger ist deutlich größer als vor einem Jahr um diese Zeit. Die Buchungen der Deutschen für die Sommersaison liegen vier Prozent über dem Vorjahreswert, wie Thomas Cook auf Basis seiner Zahlen mitteilte. Schon jetzt seien 55 Prozent der Plätze in den Flugzeugen verkauft, erklärte der Branchenzweite.

Die Bundesbürger geben auch mehr Geld für die Ferien aus. Der Durchschnittspreis für die Reise stieg um drei Prozent. Bei der Charterflugtochter Condor liegen die Buchungen sogar 8 Prozent über dem Vorjahr.

Damit läuft der deutsche Markt für Thomas Cook besser als andere europäische Länder: In Großbritannien liegen die Buchungen nur auf dem Niveau des Vorjahres, im Bereich West- und Osteuropa nur ein Prozent im Plus. Dagegen sind die Skandinavier auch scharf auf Sonne: Der Bereich Nordeuropa zeigt bei dem deutsch-britischen Unternehmen ein Plus von 13 Prozent.

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