Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die laut Verfassungsschutz-Bericht zunehmenden rechtsextremistischen Gewalttaten in Ostdeutschland beklagt. "Dass rechtsextremistische Straftaten in Ostdeutschland überproportional häufiger zu verzeichnen sind, ist eine traurige Tatsache", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitagausgabe).
Thierse: Verunsicherung macht empfänglich für rechte Botschaften
Halle/Saale (dapd). Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die laut Verfassungsschutz-Bericht zunehmenden rechtsextremistischen Gewalttaten in Ostdeutschland beklagt. "Dass rechtsextremistische Straftaten in Ostdeutschland überproportional häufiger zu verzeichnen sind, ist eine traurige Tatsache", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). Der Osten sei seit 1990 bevorzugtes Feld rechtsextremistisch-ideologischer Indoktrinierungsversuche, so Thierse. "Die soziale Verunsicherung eines Teiles der Bevölkerung macht sie offenbar empfänglicher für die Botschaften der Vereinfachung. Gerade junge Leute sprechen darauf eher an als Menschen mit einer reichen demokratischen Erfahrung."
Der SPD-Politiker mahnte: "Verstärkte Anstrengungen der politischen Bildung und die nachhaltige Förderung demokratischer Kultur sind daher in Ostdeutschland besonders notwendig." Laut Verfassungsschutz-Bericht, der an diesem Freitag offiziell vorgestellt wird, verzeichneten die Behörden in Ostdeutschland im vergangenen Jahr 4,8 Prozent mehr rechtsextreme Gewaltdelikte.
dapd
