Fünf Kilogramm Gold hat Metallbaumeister Dirk Ahrendt zum wohl teuersten Hammer der Welt verarbeitet. Wie "The Metalist" zu diesem außergewöhnlichen Auftrag kam.

Mehrere Millionen Aufrufe kann Dirk Ahrendt aus Freiburg mittlerweile bei den Videos verbuchen, die zeigen, wie er Metallblöcke so formt, dass daraus Hände werden – eine Metallfaust, die als Hammer dient und eine flache Hand, die als Axt Holz mühelos spalten kann. "Das sind vollwertige Werkzeuge und als solche gebaut – auch wenn sie oft eher als Designelemente gesehen und genutzt werden", sagt der Metallbaumeister, der in den sozialen Medien als "The Metalist" bekannt ist. In seinen Videos zeigt er seine Fähigkeiten im Formen und Gestalten von Metall, im Schweißen und eben auch in der Herstellung ganz spezieller Werkzeuge.
Dazu gehört unter anderem auch der Fausthammer, den er unter dem Namen "The Hammer" über seinen Onlineshop vertreibt und der durch das besagte Video eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. So wunderte es den 37-Jährigen auch nicht, als in diesem Jahr eine Kundenanfrage aus Dubai in seinem E-Mail-Postfach landete. Schließlich berichtet er auch von Bestellungen des Fausthammers aus Hollywood und von bekannten Promis und auch Spitzenpolitikern aus Deutschland. Erstaunlich war dann allerdings der Wunsch des Kunden aus Dubai, den Hammer nicht aus gehärtetem Stahl mit Nickel-, Kupfer- oder Chrombeschichtung, sondern aus reinem Gold zu fertigen.
"The Metalist" fertigt Hammer aus fünf Kilogramm Gold
"Dubai ist einfach eine Welt der Superlative. Ich war selbst mehrmals dort und als ich den ‚teuersten Hammer der Welt‘ herstellen sollte, war ich zwar überrascht, aber dennoch passt es einfach, dass die Anfrage von dort kam", erzählt Arendt. Den Namen des Auftraggebers darf er verständlicherweise nicht nennen. Dass es sich um einen reichen Geschäftsmann handelt, könne man sich aber denken, erwähnt er. Dann berichtet er von den Herausforderungen, den Hammer aus fünf Kilogramm 24-karätigem Gold herzustellen. Denn erst einmal musste das Material beschafft und in diesem Zuge auch versicherungstechnische Fragen geklärt werden. So war Dirk Ahrendt dann auch froh, dass der Geschäftsmann die Abholung selbst organisieren wollte und er sich nicht um einen Versand kümmern musste.

Da der Hammer aus reinem Gold besteht, einem relativ weichen Material, muss man ihn in diesem Fall doch eher als Deko-Werkzeug bezeichnen. Die "The Metalist" UG, die Firma, die Dirk Arendt gemeinsam mit Freunden für den Vertrieb von "The Hammer" und "The Axe" gegründet hat, bezeichnet den goldenen Hammer im Wert von rund 500.000 Euro selbst "das ultimative Luxus-Statement". Er ist ein Unikat.
Bei der Herstellung seiner anderen Werkzeuge ist der Metallbauer dagegen inzwischen in Serie gegangen. Der Fausthammer ist einst aus einer Videoidee geboren, denn Dirk Arendt ist zwar Metallbaumeister, doch er arbeitet angestellt in einem Unternehmen, das Achterbahnen baut. Hobbymäßig filmt er schon seit einigen Jahren, was er als Metallbauer kann und inspiriert auch andere damit. "Irgendwann dachte ich, dass es cool wäre, mal einen besonderen Hammer zu entwerfen und das zu filmen", erzählt er. Gesagt, getan. Das Video über die Entstehung des Fausthammers ging viral und schon bald bekam er erste Anfragen von Leuten, die einen solchen Hammer kaufen wollten.
Wie "The Hammer" in Serie ging
In einem handgefertigten Hammer stecken allerdings mehr als 20 Stunden Arbeitszeit. "Ich musste den Hammer entsprechend teuer anbieten und da die meisten ihn als Geschenk kaufen wollten, war das Ganze nicht rentabel", berichtet Arendt, der dann auf die Idee einer Kickstarter-Kampagne kam. Auf der Plattform sammelte er so viele Bestellungen, bis es sich lohnte, "The Hammer" in Serie produzieren zu lassen. Bestellungen im Wert von ca. 33.000 Euro kamen hier zusammen. Für Dirk Arendt und seine Freunde war das ein Zeichen, dass es sich auch lohnt, eine Firma zu gründen – die heutige "The Metalist" UG. Heute lassen sie die Grundteile des Fausthammers und auch der Axt aus gehärtetem Stahl fertigen und Dirk Arendt kümmert sich dann um die Veredelung und das Einsetzen in den Holzstiel.
Die meisten Bestellungen kommen von Firmen, die den Hammer oftmals als Werbegeschenk oder auch zur Auszeichnung von Jubilaren nutzen – auch wenn man damit durchaus auch einen Nagel in die Wand schlagen könnte. Aus Dubai kam bislang keine weitere Bestellung eines goldenen Hammers – aber das mag vielleicht doch auch am sehr hohen Goldpreis liegen. Dirk Arendt hat allerdings vor, zukünftig sein Portfolio zu erweitern und die Kunden dürfen gespannt sein, was nach "The Hammer" und "The Axe" kommt. Wahrscheinlich werden es die Youtube-Follower zuerst sehen.