Ex-Siemens-Vorstand Lamprecht jetzt Gigaset-Aufsichtsrat Telefonhersteller Gigaset soll demnächst neuen Vorstandschef bekommen

Die Aktionäre des Telefonherstellers Gigaset haben den ehemaligen Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht in den Aufsichtsrat gewählt. Lamprecht war von 1999 bis 2004 für die damals noch zu Siemens gehörende Sparte verantwortlich gewesen. Mit ihm wählte die Gigaset-Hauptversammlung am Freitag in München auch die Unternehmensberaterin und Kapitalmarktexpertin Susanne Klöß neu in den Aufsichtsrat.

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Telefonhersteller Gigaset soll demnächst neuen Vorstandschef bekommen

München (dapd). Die Aktionäre des Telefonherstellers Gigaset haben den ehemaligen Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht in den Aufsichtsrat gewählt. Lamprecht war von 1999 bis 2004 für die damals noch zu Siemens gehörende Sparte verantwortlich gewesen. Mit ihm wählte die Gigaset-Hauptversammlung am Freitag in München auch die Unternehmensberaterin und Kapitalmarktexpertin Susanne Klöß neu in den Aufsichtsrat.

Einen neuen Vorstandschef mit Erfahrung in der Telekommunikation will Aufsichtsratschef Peter Löw im August oder September präsentieren. Das jetzige Vorstandsduo Maik Brockmann und Alexander Blum sei mit 37 und 34 Jahren sehr jung, und beide seien keine Branchenexperten: "Wir brauchen eine Ergänzung", erklärte Löw.

Gigaset ist nach Panasonic der weltweit zweitgrößte Hersteller von schnurlosen Festnetztelefonen. Die Beteiligungsgesellschaft Arques AG hatte die frühere Siemens-Telefonsparte im vergangenen Sommer zu ihrem Kerngeschäft erklärt, sich in Gigaset AG umbenannt und alle anderen Beteiligungen verkauft. Blum sagte: "Das neue Geschäftsmodell funktioniert. Der Turnaround ist geschafft." Nach roten Zahlen im Vorjahr hat Gigaset im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 8,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Für das Gesamtjahr stellte Blum 540 Millionen Euro Umsatz und ein Betriebsergebnis von 57 Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen an.

Die Nachfrage nach schnurlosen Festnetztelefonen wachse durch Ersatzbeschaffung und in den Schwellenländern. Gigaset wolle organisch und durch Zukäufe wachsen und habe die Kosten durch vereinfachte IT-Strukturen sowie Einsparungen bei den Personalausgaben kräftig gesenkt, erklärte der Finanzvorstand.

Lamprecht, der seit seinem Ausscheiden bei Siemens als Unternehmensberater tätig ist, war auf der Hauptversammlung nicht persönlich anwesend und stellte sich den Aktionären per Videobotschaft vor. Gigaset sei mit seinem Werk Bocholt nah an den Kernmärkten und Marktführer bei Innovationen. Er sei mit dem Unternehmen tief verbunden, und es "hat eine erfolgversprechende Zukunft", sagte Lamprecht. Klöß sagte, Gigaset könne eine interessante Zukunft an den Kapitalmärkten haben.

Aktionärsschützer hatten die Wahl beider Kandidaten unterstützt. Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, Gigaset habe seine Risiken extrem minimiert und inzwischen gute Zukunftsaussichten.

dapd