Nach dem Ende einer schmerzhaften Sanierung will die Kaffeekette Tchibo wieder auf Angriff schalten und die Herausforderung durch schnell wachsende Coffee-Shops wie Starbucks annehmen: In allen 830 Filialen in Deutschland soll demnächst frischer Kaffee ausgeschenkt werden; zudem sollen dort Snacks und kleine Mittagessen angeboten werden.
Tchibo nimmt die Herausforderung von Starbucks an
Hamburg (dapd). Nach dem Ende einer schmerzhaften Sanierung will die Kaffeekette Tchibo wieder auf Angriff schalten und die Herausforderung durch schnell wachsende Coffee-Shops wie Starbucks annehmen: In allen 830 Filialen in Deutschland soll demnächst frischer Kaffee ausgeschenkt werden; zudem sollen dort Snacks und kleine Mittagessen angeboten werden. Allein im laufenden Jahr steckt das Hamburger Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro in den Umbau der Geschäfte hin zum neuen Konzept, wie der Vorstand der Tchibo-Konzernmutter maxingvest, Thomas Holzgreve, am Dienstag in Hamburg mitteilte.
Bezahlen kann Tchibo den Angriff auf die modernere Konkurrenz locker: Der Gewinn vor Steuern und Zinsen verdoppelte sich 2010 auf 288 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Damit erntet Tchibo die Früchte der Sanierung, der in den letzten zwei Jahren rund 1.000 Jobs zum Opfer fielen. "Wir haben den Baum so zurückgeschnitten, dass er wieder kräftig wächst", sagte Holzgreve.
Tchibo hatte nach schwachen Ergebnissen die Kosten in den Jahren 2009 und 2010 kräftig gesenkt. Der Konzern zog sich aus manchen Auslandsmärkten zurück, in Deutschland wurden unrentable Filialen geschlossen.
Zum Jahresende 2010 gab es noch 1.200 Filialen in Europa. Laut Holzgreve ist die Sanierung abgeschlossen. Für 2011 rechnet er mit weiterem Umsatzwachstum. Der Gewinn soll leicht unter dem Ergebnis von 2010 liegen, weil die Filialen umgebaut werden und hohe Kosten für Kaffee, Baumwolle und Transporte den Konzern belasten.
Tchibo hat laut Holzgreve inzwischen das Problem der unverkäuflichen Ware im Griff: Der Handelskonzern war vor einigen Jahren unter Druck gekommen, weil immer mehr Ware aus dem wöchentlich wechselnden Programm aus Kleidung, Küchensachen oder Sportausrüstung im Regal liegen blieb. Diese Sachen mussten dann verramscht werden. "Es wird nur noch bedarfsgerecht disponiert. Wenn ein Produkt einmal ausverkauft ist, ist es auch gut", sagte er.
Der angekündigte Umbau soll die Filialen hochwertiger erscheinen lassen, etwa durch den Einbau von mehr Holz. Es solle auch mehr Servicepersonal geben, zur Kaffeezubereitung und für das Essen. Bisher wird in 500 der 830 Filialen schon Kaffee ausgeschenkt. In drei Jahren sollen es alle sein.
dapd
