Laufzeit bis 2027 Neuer Tarifvertrag für Dachdecker: Das wurde vereinbart

Für die rund 100.000 Dachdecker in Deutschland gibt es mehr Geld. Bis 2027 steigen die Löhne schrittweise um rund zehn Prozent. Die erste Erhöhung gibt es bereits im Dezember 2024. Die Details zum ausgehandelten Tarifvertrag.

Mit der Tariferhöhung um acht Prozent käme ein Dachdecker auf rund 22,81 Euro pro Stunde.
Mit dem neuen Tarifvertrag steigt beispielsweise der Gesellenlohn von jetzt 21,12 Euro auf 23,28 Euro pro Stunde über die gesamte Laufzeit. - © Halfpoint - stock.adobe.com

Die rund 100.000 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk erhalten innerhalb der nächsten drei Jahre schrittweise Lohnerhöhungen. Vertreter des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben sich in der dritten Verhandlungsrunde auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Ab Dezember 2024 steigen die Löhne demnach um 3,8 Prozent, gefolgt von weiteren Anhebungen um 2,7 Prozent im Oktober 2025 und 3,4 Prozent im Jahr darauf. Damit endet der neue Tarifvertrag im September 2027. ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk betont, dass es der Arbeitgeberseite mit dem Kompromiss gelungen sei, den Betrieben des Dachdeckerhandwerks wichtige Planungssicherheit zu geben.

Für die Monate Oktober und November 2024 gelten die bisherigen Löhne und Gehälter weiter, es handelt sich somit um sogenannte Nullmonate. Der bisherige Tarifvertrag war am 30. September 2024 ausgelaufen.

Dachdecker-Azubis sollen ab 2026 mehr erhalten

Auch die Ausbildungsvergütungen steigen. Ab dem 1. Dezember 2024 erhalten Auszubildende im ersten Lehrjahr 950 Euro, im zweiten 1.100 Euro und im dritten 1.370 Euro. Ab dem 1. Oktober 2025 steigen die Vergütungen im ersten und zweiten Lehrjahr um jeweils 50 Euro, im dritten Lehrjahr um 30 Euro. Ein Jahr später, ab Oktober 2026, steigen die Ausbildungsvergütungen erneut. Auszubildende erhalten dann im ersten Lehrjahr 1.050 Euro, im zweiten 1.200 Euro und im dritten 1.460 Euro monatlich. IG BAU-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt betont die Bedeutung dieser Anpassungen: "Damit können wir die Branche attraktiv und wettbewerbsfähig halten."

Im Rahmen der Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag wies Burckhardt darauf hin, dass viele gut ausgebildete Dachdecker die Branche verließen. "Sie suchen sich Jobs in anderen Wirtschaftsbereichen, wo es nicht kalt und regnerisch ist und wo die Bezahlung oft besser ist." Der jetzt erzielte Kompromiss sei eine "angemessene und faire Steigerung für einen oft herausfordernden und manchmal auch gefährlichen Job", so Burckhardt.

Angleichung Ost-West beim 13. Monatseinkommen

Der ausgehandelte Tarifvertrag sieht außerdem eine Ost-West-Angleichung sowie eine Erhöhung des 13. Monatseinkommen vor. Im Westen steigt die Sonderzahlung um acht Stundenlöhne, im Osten um 18 Stundenlöhne. Damit erhalten Dachdecker bundesweit einheitlich 89 zusätzliche Stundenlöhne im Jahr als 13. Monatseinkommen ausbezahlt.

Der SOKA-Beitragssatz für das 13. Monatseinkommen beträgt laut ZVDH ab dem 1. März 2025 bundeseinheitlich 6,2 Prozent. "Teilansprüche aus dem 13. Monatseinkommen werden künftig unabhängig davon gewährt, ob der Arbeitnehmer auf eigene Veranlassung aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist oder nicht", so der Verband. fre

So wirkt sich der neue Tarifvertrag auf Dachdecker-Gesellen aus

Gesellenlohn im Dachdeckerhandwerk aktuellAb Dezember 2024Ab Oktober 2025Ab Oktober 2026
21,12 Euro21,92 Euro22,51 Euro23,28 Euro
Eigene Berechnungen