Die Markttransparenzstelle weist Autofahrern über Apps und Webseiten den Weg zur günstigsten Tankstelle. Spritsparen lohnt sich vor allem zu einer Tageszeit.

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffpreise beliefert inzwischen immer mehr Internetseiten und Apps mit den günstigsten Spritpreisen. Das Bundeskartellamt pflegt auf seiner Homepage unter bundeskartellamt.de eine Liste mit zugelassenen Informationsdiensten, die die Preisdaten beziehen und an ihre Nutzer weitergeben.
Günstiges Tanken am frühen Abend
Diese umfasst zwei Dutzend Webseiten , zehn Apps für Geräte mit Apples Betriebssystem iOS, acht Android-Apps und eine Windows-Phone-App. Sämtliche Angebote sind in der Übersicht direkt verlinkt. Sie erleichtern Autofahrern die Suche nach günstigen Tankstellen in der Nähe. Autofahrer können beim Tanken pro Liter bis zu 20 Cent sparen, wenn sie zur richtigen Zeit zur richtigen Tankstelle fahren.
"Nutzen Sie es einfach, sparen Sie einfach", appelliert Andreas Mundt, Chef des Kartellamts an die Verbraucher. Am günstigsten tanken Autofahrer nach der Datenauswertung des Kartellamtes in aller Regel in den frühen Abendstunden. Kurz vor 20.00 Uhr hätten die Preise meist das niedrigste Niveau des Tages erreicht, berichtete Mundt. Ab 20.00 Uhr würden die Preise von den Tankstellenketten in der Regel wieder angehoben - durchschnittlich um 9 Cent je Liter.
Apps erfüllen ihren Zweck
Die Stiftung Warentest hatte Anfang dieses Jahres populäre Spritpreis-Apps von fünf Anbietern jeweils für Android und iOS getestet. Dies waren die Gratis-Programme "ADAC Spritpreise", "Clever Tanken", "Mehr-Tanken", "TankenApp" von T-Online sowie der kostenpflichtige "Spritpreismonitor" (1,79 Euro).
Das Ergebnis: Alle erfüllen ihren Zweck und lotsen Nutzer zuverlässig zu den günstigsten Zapfsäulen. Unterschiede gibt es unter anderem beim Informationsumfang: Einige der Apps listen über die Kraftstoffsorten Super E5, Super E10 und Diesel hinaus auch Preise für weitere wie Erdgas, Autogas und Bioethanol.
Vorsicht bei Apps
Bedenken äußerten die Verbraucherschützer bei den Apps "Mehr-Tanken" und "TankenApp" mit Blick auf den Datenschutz: Die Android- und iOS-Versionen übertragen im Hintergrund den Namen des Mobilfunknetzbetreibers und in einem Fall auch die Geräte-Identifikationsnummer an den Server des Anbieters oder auch an Drittfirmen. Das sei für die eigentliche Funktion der App überflüssig.
Tatsächlich ist das Interesse an dem Serviceangebot groß. Jeder vierte Deutsche habe bereits einmal den Preisvergleich via Internet genutzt. Bei den unter 40-Jährigen liege der Anteil der gelegentlichen Nutzer sogar schon bei 40 Prozent, sagt Mundt. dhz/dpa