Um Tachobetrug an Autos vorzubeugen schlägt die Politik eine Datenbank als Lösung vor. Der Kfz-Verband und der ADAC kritisierten diesen Plan und setzen auf technischen Manipulationsschutz direkt im Auto.

Durch Tachobetrug entsteht der deutschen Volkswirtschaft jährlich ein Schaden von rund sechs Milliarden Euro. Kriminelle manipulieren gezielt den Tacho des Autos, um so den Wiederverkaufswert zu steigern.
Um diese Tachokriminalität zu bekämpfen gibt es einige Pläne. Die Politik schlägt Kilometer-Datenbanken vor. Sie sollen die Kilometerstände von Autos, etwa bei einer Reparatur, Hauptuntersuchung (HU) oder Inspektion, erfassen und damit die Manipulation des Wegstreckenzählers verhindern. Doch sind solche Datenbanken eine gute Lösung?
Kfz-Verband warnt
"Nein", sagt der ADAC. Dem Verbraucher werde eine falsche Sicherheit suggeriert. "Solche Datenbanken helfen weder dem Kfz-Betrieb noch dem Käufer, da es einfach zu viele Unsicherheitsfaktoren gibt", sagt Claudia Weiler vom Zentralverband des deutschen Kfz-Gewerbes. Eine optimale Lösung klingt anders. Weiler: "Da meistens zwei Jahre zwischen den einzelnen Kilometereintragungen liegen, gibt es einfach einen zu großen Spielraum für Betrug."
Ein weiterer Kritikpunkt an der Datenbanklösung ist der finanzielle Aspekt. Jeder Abruf von Daten koste Geld. Außerdem müssten die Werkstätten und andere meldende Stellen meist Gebühren zahlen, bevor sie Einträge in die Datenbank vornehmen dürfen. Praktisch würden diese Kosten damit auf den Verbraucher umgelegt, gibt der ADAC zu bedenken.
Technische Lösung direkt im Auto
Der Vorschlag des Automobilclubs: Eine technische Lösung direkt im Fahrzeug. Das Auto soll hierbei eine manipulationssichere, regelmäßige Sicherung des tatsächlichen Kilometerstands direkt auf ein eingebautes Speichersystem ablegen.
"Solche Lösungen gibt es bereits. Hier speichert das Auto den Kilometerstand direkt im Motorsteuergerät ab", sagt Weiler. Der Vorteil: "Die Werkstatt kann sofort vergleichen ob der Kilometerstand am Tacho mit dem im Steuergerät übereinstimmt."
Hersteller in der Pflicht
Allerdings wird die Speicherung im Motorsteuergerät bislang in nur wenigen Autos eingesetzt. Weiler: "Hier sind Hersteller in der Pflicht, gegen die Straftat der Tachomanipulation etwas zu tun und die Systeme weiterzuentwickeln und einzubauen. "
Eine Überprüfung der Schutzmechanismen könnte dann durch neutrale Organisationen übernommen werden. In Deutschland zum Beispiel durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informations-Technologie (BSI), so der ADAC.
Das Zurückdrehen des Tachos ist derzeit noch sehr leicht möglich. Manipulationsgeräte kosten lediglich zirka 150 Euro. dhz.