Fahrenschon hatte bereits angekündigt, noch im Juni Schadenersatzklagen einzureichen "SZ": BayernLB strebt Klagen gegen fünf weitere Ex-Manager an

Die Bayerische Landesbank will einem Medienbericht zufolge weitere Ex-Vorstände wegen des verlustreichen Kaufs der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) auf Schadenersatz verklagen. Fünf frühere Manager, unter ihnen der ehemalige Vorstandschef Werner Schmidt, hätten sich geweigert, in der HGAA-Affäre auf eine Verjährung zu verzichten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe).

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"SZ": BayernLB strebt Klagen gegen fünf weitere Ex-Manager an

München (dapd). Die Bayerische Landesbank will einem Medienbericht zufolge weitere Ex-Vorstände wegen des verlustreichen Kaufs der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) auf Schadenersatz verklagen. Fünf frühere Manager, unter ihnen der ehemalige Vorstandschef Werner Schmidt, hätten sich geweigert, in der HGAA-Affäre auf eine Verjährung zu verzichten, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe).

Finanzminister und BayernLB-Aufsichtsratschef Georg Fahrenschon (CSU) hatte für diesen Fall bereits angekündigt, noch im Juni Schadenersatzklagen einzureichen, damit die Ansprüche nicht verfallen. Eingelenkt hat dem Bericht zufolge hingegen Schmidts Nachfolger als Vorstandschef der Landesbank, Michael Kemmer. Er ist heute Geschäftsführer des Bankenverbandes.

Durch den Erwerb der HGAA im Jahr 2007 hatte Deutschlands zweitgrößte Landesbank 3,7 Milliarden Euro in den Sand gesetzt. Die Schadenersatzklage soll auf insgesamt 200 Millionen Euro lauten. Mehr sei bei den früheren Managern und deren Versicherungen nicht zu holen, hieß es.

Auf Schadenersatz verklagt wurde wegen des HGAA-Fehlkaufs bereits der frühere Vorstand Gerhard Gribkowsky, der wegen der Affäre um mutmaßliche Bestechungsgelder aus der Formel 1 in Untersuchungshaft sitzt. Hier hatte die Landesbank schon vorher gehandelt, um sich den Zugriff auf Gribkowskys Millionenvermögen zu sichern.

Die früheren BayernLB-Manager müssen sich wegen des HGAA-Debakels vermutlich auch in einem Strafprozess verantworten. Die Staatsanwaltschaft München hat kürzlich gegen den kompletten damaligen Vorstand Anklage erhoben, weil er die HGAA zu teuer gekauft haben soll.

dapd